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Praxis Dr. med. Dr. paed. Dietger  Heitele

                       

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Merkblatt zur Psychotherapie für Privatversicherte und Beihilfeberechtigte

Als Versicherter einer Privatversicherung oder Beihilfe haben Sie dem Grunde nach Anspruch auf psychotherapeutische Behandlung bei bestimmten Krankheitsbildern psychischer oder psychosomatischer Natur z.B. Depressionen, Angstneurosen, Herzneurosen, Magengeschwüre oder Kopfschmerzen psychischer Herkunft , Sexualproblemen u.a. Sie stehen nun einem Heer von Anbietern gegenüber, die wir der Reihe nach kurz behandeln. Wenn Ihnen die Kostenerstattung egal ist, können Sie einen großen Teil der nächsten Zeilen überlesen.

Zur Behandlung sind zugelassen Ärzte oder Diplompsychologen mit bestimmter psychotherapeutischer Zusatzausbildung. Ein medizinisches Staatsexamen oder ein Diplom in Psychologie allein sind nicht ausreichend, obwohl sich faktisch viele Therapeuten ohne Ausbildung psychotherapeutisch betätigen. Bei Ärzten ist die Zusatzbezeichnung Psychotherapie oder Psychoanalyse maßgebend, bei Psychologen zumindest die Zusatzbezeichnung "Klinische(r) Psycholog(e)(in)". Zu Lasten der Privatversicherung oder der Beihilfe können Sie sich behandeln lassen, wenn der Therapeut Arzt mit der obigen Zusatzbezeichnung ist oder aber bei den gesetzlichen Kassen zugelassen Diplompsychologe ist. Inzwischen ist das Hauptkriterium die Zulassung bei der Ärztekammer. Manche Privatversicherungen, nicht  die Beihilfe akzeptieren auch nicht zugelassene Dipl. Psychologen.

Wie kommen Sie nun an einen Therapeuten ?

Die erste Anlaufstation, auch wenn dies inzwischen als unmodern gilt, ist am besten der Hausarzt. Wenn der Ihnen allerdings ohne viel Worte zu verlieren, eine Überweisung zum Neurologen in die Hand drückt, sollten Sie entweder den Hausarzt wechseln oder sich selber auf die Suche begeben.

Im nächsten Schritt sollten Sie sich im Freundeskreis diskret umhören. Sie werden erstaunt darüber sein, wieviele Ihrer Bekannten schon psychotherapeutische Erfahrungen gemacht haben, wovon Sie bisher aus diversen Gründen nichts wußten. Es ist eben bisher nur in Amerika ein eher positives Zeichen, wenn jemand seinen Psychotherapeuten hat. Zwar ist, wie prominente Beispiele zeigen, z.B. Woody Allen, so mancher trotz jahrzehntelanger Therapie nicht ganz von seinen Macken geheilt worden, andererseits , was wäre sonst noch alles wohl passiert, wenn die Therapie nicht wenigstens teilweise gegriffen hätte.

Wenn Sie hier nicht fündig werden, können Sie einen Bekannten zu dessen Vertragskasse schicken und sich das aktuelle Therapeutenverzeichnis mitbringen lassen. Leider sind derzeit auf Grund der Gesetzesänderungen die Kassen trotz unglaublich gestiegener Personalkosten oft noch nicht einmal imstande, ein Verzeichnis auszuhändigen.

Im Internet gibt es inzwischen zahllose Suchdienste zu Psychotherapeuten. Auf Nummer sicher gehen Sie , wenn Sie in Hamburg auf die KVHH Arztsuche gehen. Alle Kollegen/-innen, die hier auf geführt sind, werden von der Beihilfe und PKV anerkannt im Gegensatz zu einigen KollegInnen, die Sie über die Webseite Therapie vielleicht finden. Ein anderer Schritt kann ein Blick in die Gelben Seiten sein. Hier ist allerdings ein unglaubliches Angebot, wo es selbst Fachleuten schwer fällt, den Spreu vom Weizen zu trennen.

Der Begriff "Therapeut" ist nicht geschützt. Sie können jederzeit nach dem Motto: "Wenn schon reden, dann will ich daran verdienen und nicht dafür bezahlen...", selber ein Praxisschild kaufen, auf dem Sie sich zum Therapeuten für Eheprobleme, Lebensberatung etc. ernennen und nun auf Kundschaft warten. Viele Psychologen, Ärzte. Heilpraktiker haben noch nie eine Psychosomatische Klinik in der Ausbildung von innen gesehen, zum Teil selber keine Lehranalyse gemacht. Ein bißchen formale Sicherheit gibt eigentlich nur das Vorliegen der Facharztbezeichnung "Psychotherapeutische Medizin" und/oder die Zusatzbezeichnung Psychoanalyse auf der einen Seite, oder das Vorliegen der Kassenzulassung, da die Kassen aus verständlichen Gründen auf Qualitätskontrolle achten. Insofern nehmen Sie sich die gelben Seiten zur Hand und gehen sie einfach mal durch.

Hier stoßen Sie auf folgende Rubriken:

1. Ärzte - Neurologie 2. Ärzte - Psychiatrie 3. Ärzte - Psychotherapeutische Medizin oder Ärzte - Psychotherapie oder Ärzte - Psychoanalyse 4. Psychologische Beratung 5. Psychotherapie 6. Psychologen

Zu 1. Diese Ärzte sind primär für neurologische Krankheiten wie z.B. Multiple Sklerose ausgebildet und können Ihnen wenig helfen, es sei denn sie hätten eine psychotherapeutische Ausbildung, was durch die Zusatzbezeichnung Psychotherapie oder Psychoanalyse ausgedrückt wird.

zu 2. Diese Ärzte sind vorwiegend für psychiatrische Krankheiten wie Schizophrenie oder endogene Depressionen ausgebildet. Für sie gilt dasselbe wie unter 1.

zu 3. Diese Ärzte sind prinzipiell für Ihr Anliegen zuständig. Hier gibt es auch keine Schwierigkeiten mit der Kostenerstattung.

zu 4. 5. 6. Hier sind diverse Anbieter aufgeführt, die sich für psychologische Beratung oder Therapie kompetent halten. Ob sie zuständig und qualifiziert für Ihr Anliegen oder von Ihrer Kasse zugelassen sind, müßten Sie durch Nachfrage beim Anbieter klären

Da ich mich der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie verschrieben habe, bin ich der subjektiven Meinung, daß Sie bei den Therapeuten unter 3. (Psychotherapeutische Medizin) als Anlaufstation das geringste fachliche und finanzielle Risiko eingehen. Praktisch alle diese Kollegen/innen arbeiten tiefenpsychologisch fundiert, haben nach den Zulassungsbedingungen eine 5 jährige Zusatzausbildung nach dem medizinischen Staatsexamen und sind alle  bei den Privatkassen und der Beihilfe zugelassen.   Unter den Psychologen gibt es selbstverständlich auch hervorragende Kollegen, nur hier müssen Sie eben nachfragen, weil viele von Ihnen Verhaltenstherapie machen und/oder bei Privatkassen nicht zugelassen sind.

Eine geographische Vorauswahl könnte zunächst nützlich sein. Wenn Sie in Wedel wohnen und in Elmshorn arbeiten, sollten Sie nicht gerade einen Therapeuten in Bergedorf aussuchen, es sei denn, der hätte ganz besondere Qualitäten. Andererseits kann es wiederum sinnvoll sein, einen weiter entfernteren Therapeuten aufzusuchen, wenn Sie sich damit eine Stunde Parkplatzsuche ersparen können. Immer daran denken, Therapie ist eine Sache, die sich über Jahre hinwegzieht. Sie haben nun eine Vorauswahl getroffen und greifen nun zum Telefon. Bei den gemischt tätigen Ärzten (z.B. Allgemeinmedizin + Psychotherapie) machen Sie am besten einen Sprechstundentermin. Das ist so schön unverbindlich und machte es beiden Seiten leicht, sich ohne Gesichtsverlust nie wieder zu sehen, wenn sie sich aus irgendwelchen Gründen nicht verstehen. Für eine fortlaufende Therapie sind allerdings diese Ärzte oft ausgebucht, da sie noch eine normale Praxis haben (z.B. Allgemeinmedizin, Psychiatrie). Aber vielleicht können sie Ihnen immerhin bei den Fragen Auskunft geben, die wegen Platzmangel in diesem Infoblatt nicht unterzubringen waren oder Ihnen einen Tip geben. Bei den Psychologen oder Ärzten, die sich rein psychotherapeutisch betätigen, ist meist der Anrufbeantworter eingeschaltet, auf dem eine telefonische Sprechstunde angegeben ist. Oft lohnt es sich, kurz vor der vollen Stunde oder kurz nach der vollen Stunde (d.h. 10 h, 11h, 12 h etc.) anzurufen, die Chance, dann ein lebendiges Gegenüber zu haben statt eines Anrufbeantworters , sind dann größer. Die meisten Therapeuten haben mehr oder weniger lange Wartezeiten. Da die Woche nun mal nur vierzig Stunden hat, passen in dieses Raster nur 20 - 40 Patienten und frei wird ein Platz erst, wenn ein anderer Patient geht. Deswegen sind die sogenannten Schokoladenstunden ab 16h nachmittags meist ausgebucht, weil auch Therapeuten es schätzen, zur selben Zeit wie die Patienten Feierabend zu haben. Chancenträchtiger sind dann oft die Stunden 9-10, 10-11 und 11-12 h. Zur Überbrückung, wenn Sie meinen, daß Ihre Problematik hochdringlich sei, gibt es nur die Möglichkeit sich Medikamente zu bedienen, oder die Hilfe ihres Hausarztes, eines psychiatrischen Arztes oder der psychiatrischen Ambulanz in Anspruch zu nehmen. Ggf. ist dann auch ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen oder psychiatrischen Klinik nötig.

Bevor Sie den Termin fest machen, sollten Sie sich noch erkundigen, ob der Therapeut eine Zulassung hat und welche Therapieverfahren er praktiziert. Bezahlt werden in jedem Falle drei Therapieformen, dies sind analytische Therapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie. Man mag darüber spekulieren ob nicht auch Gestalttherapie, Psychodrama, Neurolinguistisches Programmieren, Gesprächstherapie, Familientherapie, Urschreitherapie, Regenschirmtherapie und Kuscheltherapie (die letzten beiden gibt es noch nicht, werden aber sicherlich demnächst in der Presse initiiert) die Kassenerstattung verdienen. Nur es ist eben derzeit so, und wenn Sie diese Therapien machen wollen, geht es nur auf eigene Rechnung. Wenn Sie auf den Kosten nicht sitzen bleiben wollen, haben Sie nur die Auswahl unter diesen dreien. ( Eine andere Frage ist natürlich, was der Therapeut in seinen Räumen wirklich macht und was er formal vorgibt zu machen.) Die Unterschiede in diesem Merkblatt herauszuschälen, überfordert mich. Entsprechende Internetseiten sind in Vorbereitung. Deswegen fragen Sie am besten bei Ihrem Hausarzt oder bei der ersten Therapiestunde nach oder rufen mich an.

Um es noch einmal zu sagen: Grundsätzlich klärungsbedürftig zur Erstattung sind  wie oben schon erwähnt Therapieverfahren wie Bioenergetik, Gestalttherapie, Gesprächstherapie, Paartherapie (leider!). Wichtig ist auch ein Blick in die Police, ob Psychotherapie überhaupt Leistung ist, und wie viele Stunden akzeptiert werden, wie hoch ist der Eigenanteil etc. Über die Beihilfe gibt es normalerweise keine Schwierigkeiten. Hypnose gehört im engeren Sinne nicht zur Psychotherapie, obwohl sie durchaus ebenfalls seelische Leiden lindern kann. Prinzipiell ist sie auch eine erstattungsfähige Leistung, allerdings liegt die Schwierigkeit darin einen Therapeuten zu finden. Da die Kassen pro Hypnose nur ca 30 EU bezahlen, ist es schwer vorstellbar, daß ein Arzt diese Leistung für diesen Preis anbieten kann. Autogenes Training, obwohl oft empfohlen, kommt im allgemeinen nicht in Frage. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, daß für jemanden, der innerlich völlig aufgewühlt ist, Formulierungen des klassischen AT wie " Ich bin ganz ruhig, mein Herz schlägt ruhig und regelmäßig..." irgednwie nicht passen.

Sie haben also nun den Termin für die erste Stunde, die wie in der Fahrschule nur 5o Minuten dauert. Die restlichen 10 Minuten braucht Ihr Therapeut, bevor der nächste Patient kommt, um sich Gedanken über Sie zu machen, ein Telefonat mit einem andern Patienten zu führen, der einen Termin will, frustiert ein Brötchen zu kauen, eine Zigarette zu rauchen oder...oder....

Sie fragen sich nun nach der Stunde, ob Sie am richtigen Platz sind. Dafür gibt es wenige Hilfestellungen zur Entscheidung:

Positiv ist, wenn Sie voll Gelegenheit hatten, Ihr Problem zu schildern

Positiv ist, wenn Sie trotz evt. Meinungsverschiedenheiten sich grundsätzlich akzeptiert fühlen

Negativ ist, wenn der Therapeut später angefangen hat, dafür früher aufgehört hat

Negativ ist, wenn er Ihnen ständig ins Wort gefallen ist und vielleicht noch über sich erzählt hat

Negativ ist, wenn 45 Minuten von den fünfzig damit verbracht werden, Ihnen die Regeln zu erklären, z.B. was die Rechtsfolge ist, wenn Sie eine Stunde unentschuldigt versäumen. Im Zweifelsfalle gehen Sie auf einen zweiten Termin ein.

Eine Art "Psychotherapeutentest" nach Lazarus finden Sie hier

Unwichtig ist sicher ob er/sie süddeutsch oder norddeutsch ist, alt oder jung ist, hübsch oder nicht hübsch ist, schließlich wollen Sie ja arbeiten und sich nicht verlieben.

Ob Sie einen männlichen oder weiblichen Therapeuten nehmen sollen, ist etwa dieselbe Frage, ob das erste Kind ein Mädchen oder ein Junge sein soll. Die meisten zukünftigen Eltern sagen dazu: Hauptsache gesund !. Und so sollte es auch für die anstehende Wahl sein. Auch hinsichtlich anderer Faktoren, dürfte es pari stehen. Es dürfte genauso viele ausgesprochen mütterliche männliche Therapeuten geben, wie weibliche Flintenweiber in der Therapie. Die Angst vor Mißbrauch in der Therapie sollte auch nicht entscheidend sein. Die wenigen Fälle, die es dazu gibt, werden in der Presse maßlos hochgespielt. Sollte sich so etwas in Ihrer Therapie anbahnen, sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt oder eine(m)r Freund(in) darüber und scheuen Sie sich nicht Maßnahmen zu ergreifen, um diesen schwarzen Schafen das Handwerk zu legen.

Im übrigen arbeiten inzwischen die meisten Therapeuten innerhalb eines Praxisteams, z.B. in einer Allgemeinpraxis oder in einer Kinderpraxis oder in einer Praxis von mhreren Therapeuten/innen. Was soll oder kann da groß passieren?

Viele Patientinnen bevorzugen weibliche Therapeutinnen, weil sie meinen, dass sie mit Frauen besser über Sexualität und Partnerschaft reden können. Es sind meistens Frauen, die exakt über diese Themen mit den eigenen männlichen Partnern nicht reden können. Wenn es so ist, sollten sie sich überlegen, ob die Therapie mit einem Manne im geschützten Therapieraum nicht Möglichkeiten bietet, die auf der einen Seite etwas Selbstüberwindung kostet, auf der andern Seite aber großartige andere Möglichkeiten bietet.

Sicher gibt es auch Fälle, etwa wenn mißbrauchte Frauen derartig verletzt sind, daß sie die Nähe eines Mannes gar nicht ertragen und dadurch eine therapeutische Beziehung von Anfang an schwierig oder gar unmöglich wird. Auf der andern Seite können Mißbrauchsopfer bei einem männlichen Therapeuten durchaus profitieren. 

Ausführlich können Sie sich über die Wahl des Therapeutengeschlechtes  hier informieren.

Nicht ganz so aussagefähig ist es, ob Sie sich nach der Stunde besser fühlen. Es kann gut tun, wenn der Therapeut/in Ihnen nach dem Mund geredet hat, sie aufgebaut hat, Ihnen Trost zugesprochen hat, nur davon ändert sich nicht viel, und Sie wollen ja an sich arbeiten, Sie wollen sich verändern, das tut meist auch ein bißchen weh.

Zur Vorbereitung der eigentlichen Therapie sind formal oft   5 probatorische Sitzungen vorgesehen, in denen sich Patient und Therapeut klar werden, ob sie zueinander passen. Das ist von größter Wichtigkeit, da der therapeutische Prozeß ja oft mehrere Jahre läuft. Es ist besser in diesem Stadium, den Therapeuten zu wechseln, als eine Therapie durchzuschleppen. Für diese fünf Sitzungen besteht i.a. Kostengarantie, zumindest bei der Beihilfe und den meisten Privatversicherungen, sofern Sie aus Kostengründen in der Police Psychotherapie nicht ab gewählt haben. . Es handelt sich  noch nicht um psychotherapeutische Behandlung im engeren Sinne, sondern nur um Probesitzungen. Danach gibt es unterschiedliche Verfahren. Manche Privatversicherungen wollen nur eine Mitteilung über den Beginn der Therapie, die Beihilfe und manche Privatversicherer akzeptieren nur einen chiffrierten Gutachtenbericht, über den ein anonymer Gutachter befindet und seinerseits wieder ein anonymes Gutachten schreibt. Wenn er das Therapieziel etc. für gut befindet, kann die Therapie beginnen, im allgemeinen 1 - 2 Stunden/Woche . Die Maximalzahl ist im allgemeinen 100 Stunden (mit Ausnahmen)., oder 250 Stunden bei analytischen Therapien. Tatsächlich ist diese Zahl aber wiederum limitiert durch die Privatversicherung, welche in den Policen sehr gut versteckt nur 20 oder 30 Psychotherapiesitzungen/Jahr zulassen.

Inzwischen gibt es auch bei der Beihilfe , zumindest in Hamburg, die Möglichkeit ohne allzu großen Schriftkram zunächst eine Kurzzeittherapie zu machen, die alle Möglichkeiten offen hält.

Manche Versicherungen haben nur einen Billigtarif vorgesehen. Während für ärztliche Leistungen im allgemeinen ein Steigerungsfactor von 2.3 vorgesehen ist, sind für psychotherapeutische Leistungen manchmal nur ein Factor von 1.7 vorgesehen, was dann im allgemeinen dem Erstattungsatz, wie er für gesetzlich Versicherte gilt, entspricht.

Ein Blick in die Police ist hier sehr wichtig. Sie sehen also, daß das Verfahren sehr kompliziert ist und diverse Barrieren hat, was seinen Grund darin hat, daß Psychotherapie zu Lasten der Kasse nicht zur Selbsterfahrung oder Selbstverwirklichung dienen soll, sondern einzig und allein der Heilung oder Linderung seelischer Leiden. Zum andern aber muß man auch sagen, daß manche große Privatversicherer , um die Prämien nieder zu halten, in ihren Policen diverse Beschränkungen einbauen. Wenn die Therapie kostenneutral sein soll, ist es in vielen Fällen nur möglich alle 14 Tage eine Stunde zu machen. Eine analytische Therapie ist hierbei kaum vorstellbar, wohl aber gewinnbringend eine tiefenpsychologisch fundierte.

Wenn Sie vor der langen Dauer einer Langzeitpsychotherapie zurückschrecken, denken Sie immer daran, daß Psychotherapie auch etwas sehr Schönes sein kann. Immerhin besteht die Chance, daß Sie sich für einen wichtigen Lebensabschnitt der Hilfe eines anderen Menschen bedienen können, um Ihr eigenes Leben auf Dauer farbiger und reicher zu gestalten. Daß es dabei nicht immer um Schulterschluß geht und grenzenloses Verständnis, sondern oft um Abgrenzung und Frustration ist auch klar. Es ist eben nicht möglich, zu waschen, ohne dabei auch ein bißchen nass zu machen. Inwieweit eine Therapie erfolgreich ist, hängt zum großen Teil auch von Ihnen ab, inwieweit Sie bereit sind, Gefühle und Wagnisse zuzulassen. Das beste Tandem kommt nicht vorwärts, wenn der eine nur Rückwärtsgang und Bremse bedient.

P.s. Dieses Merkblatt wird nach und nach vervollständigt, auch durch passende Links. Für Anregungen schreiben Sie mir (Email) oder rufen mich an (am besten in den ersten 10 Minuten nach der vollen Stunde). Was für die Wettervorhersage und die Lottozahlen gilt, gilt auch hier: es wird keine Gewähr für den Inhalt dieses Merkblattes gegeben. 

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