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Praxis Dr. med. Dr. paed. Dietger  Heitele

                       

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Therapeut oder Therapeutin ?

oder : Die Wahl zwischen Urmutter und Faust

"Vom Vater habe ich die Statur, des Lebens ernstes Führen

Vom Mütterchen die Frohnatur und Lust zu fabulieren " (Goethe)

"Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus "  (Buchtitel)

Trotz aller Gemeinsamkeiten gibt es auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern, rein statistisch natürlich. Sicher gibt es ausgesprochen feminine Männer und maskuline Frauen, so wie es ausgesprochen zärtliche ,  feinfühlige Väter und auf der andern Seite kalte Mütter gibt. Von daher sagt schon der gesunde Menschenverstand, daß es vergröbert wohl auch Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Therapeuten gibt. Durch die Wissenschaft ist dies auch bestätigt worden in dem Sinne, daß Sprachgebrauch und Themenwahl tatsächlich Unterschiede aufweisen, auch wieder nur statistisch. Weiter gibt es Untersuchungen, daß das biologische Geschlecht des Therapeuten eigentlich nur am Beginn der Therapie und am Ende eine Rolle spielt, es aber dazwischen verwischt ist und nur die Persönlichkeit, genauer gesagt die Übertragungsperson,  eine Rolle spielt. Zu Effizienz-Unterschieden  gibt es keine Untersuchungen, wohl deshalb weil es sowieso fast unmöglich ist, die Wirkfaktoren einer Therapie numerisch fassbar zu beurteilen.

Feministische Frauenverbände fordern oft, daß Frauen nur durch Frauen therapiert werden sollen, weil die männliche Psychotherapie sexistisch sei und überhaupt die auf Sigmund Freud zurückgehende Psychoanalytische Lehre ein einziges Unterdrückungssystem von Frauen darstelle, vergessen dabei aber daß exakt diese Sichtweise auch sexistisch ist. Im übrigen gibt es genauso viele, wenn nicht sogar mehr weibliche Psychoanalytikerinnen, die sich durchaus in der Tradition von Sigmund Freud sehen. Tatsache ist aber, daß die meisten Klientinnen sich eine weibliche Therapeutin wünschen.

Gründe oder sollte man Vor-Urteile sagen,  die man oft hört, sind:

"Eine weibliche Therapeutin ist  einfühlsamer ,  zartfühlender und für mich besser geeignet"

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Illustration aus Charly M. Brown Snoopybücher  erhätlich über Amazon

"Männliche Therapeuten sind oft zu direkt und hauen noch zusätzlich drauf, wenn es mir schon schlecht geht"

"Sexistische Sprüche kenne ich schon genug von den Machos draussen, die brauche ich nicht auch noch zusätzlich in der Therapie"

"Sexuelle Themen und/oder Probleme möchte ich lieber  mit einer Frau bereden"

"Bei einem männlichen Therapeuten besteht die Gefahr, daß zu viele Gefühle ins Spiel kommen, im Extremfall könnte ich mich  verlieben mit evt. Grenzüberschreitungen"

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Es gibt aber auch differenziertere tiefenpsychologisch fundierte Gründe, weibliche Therapeutinnen zu bevorzugen:

"Mit Männern kann ich machen was ich will, deswegen brauche ich eine Therapeutin, die mir nicht auf den Leim geht und Grenzen setzt"

"Ich habe Angst einen Mann zu nahe an mich heranzulassen, weil er dann in mich hinein sehen und meine schlechten, miesen Seiten sehen könnte"

"Immer wenn ich Männern zu viel Macht über mich eingeräumt habe, ging es mir anschließend schlecht. Das möchte ich nicht mehr erleben, auch nicht in einer Therapie"

"Ich habe an sich eine gute Beziehung und möchte nicht, daß ich zu Hause Streit bekomme, weil ich zu einem Mann in Therapie gehe"

"Mich auf einen Mann einzulassen und sei es auch nur mental, bedeutet für mich den teilweisen Verzicht auf andere Männer, und ich hasse es,  meine Möglichkeiten einzugrenzen"

"Ich hatte Zeit meines Lebens immer eine schlechte Beziehung zu meiner Mutter. Diesen Konflikt kann ich am besten mit einer Frau aufarbeiten"

"Durch meine Mutter hatte ich immer ein schlechtes Frauenbild, das ich am besten korrigieren kann, wenn ich in der Therapie mit einer Frau zusammen eine gute Beziehung aufbauen kann"

"Mit Männern bin ich immer am Kämpfen, in der Therapie möchte ich mich endlich einmal ausruhen, mit einer Frau zusammen"

Manche Standpunkte sind durchaus beachtenswert, bei manchen aber sind bei Lichte betrachtet, scheinbare Nachteile in Wirklichkeit Vorteile und Chancen.

Klar ist, wenn eine Frau durch frühen Mißbrauch und/oder schlechtes Vaterbild und spätere miese Beziehungen schon einen Würgereflex bekommt, wenn sie einen Mann nur sieht, (Psychoanalytiker bezeichnen so etwas als eine massive  negative Übertragung ), dann ist es sicher besser, die Therapie bei einer Frau zu beginnen. Der Mißbrauch selber muß kein Hindernis sein. Später kann dann immer noch eine Zweittherapie bei einem Mann interessant sein. Das weist darauf hin, dass so wie bei der Erziehung eines Kindes, sei es Mädchen oder Junge, sowohl der Vater als auch die Mutter entscheidend beteiligt sind, eigentlich oft beides wünschenswert wäre, Therapie sowohl bei einem Mann als auch bei einer Frau. Aus einzusehenden Gründen geht das nicht. Glücklicherweise kann ein erfahrener Psychotherapeut/-in zumindest ein großes Stück weit in der Therapie männliche und weibliche Sichtweisen integrieren und hat umgekehrt entsprechende Erfahrungen. Ich selber habe Lehrtherapien sowohl bei männlichen als auch weiblichen Psychoanalytikern/innen gemacht, natürlich nicht gleichzeitig,  und fand das ausgesprochen wichtig. Ansonsten können die oben angeführten Gründe nicht überzeugen. Ob sich eine Patientin aufgehoben fühlt bei einem Therapeuten/in hängt nicht vom Geschlecht sondern vom Verlauf der probatorischen Erstgespräche ab, und hier passieren manchmal die merkwürdigsten Dinge, daß mir Patientinnen von schrecklichen Erlebnissen bei Therapeutinnen erzählten, aber genauso kam das Umgekehrte vor, daß sich Patientinnen bei mir nicht wohl fühlten, vermutlich durch Zustandekommen einer negativen Übertragung.

Wie soll es sein ?

So....                                                          oder so ......

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oder so  ......                                                   oder so..... ?

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Schließlich ist die erste Stunde zwischen zwei bis dahin wildfremden Menschen, in der dann auch gleich hochsensible Inhalte zur Sprache kommen ein sehr fragiles Gebilde, man könnte auch sagen ein seelisches Minenfeld.   Gut ist es, wenn es möglich ist, die negativen Eindrücke zu verwörtern, manchmal ist es dann doch möglich eine Therapie zu initieren.  Deswegen nochmals, nicht das Geschlecht ist wichtig, sondern der Verlauf des Vorgesprächs oder besser in der Mehrzahl: der probatorischen Sitzungen, in deren Verlauf ein Wechsel jederzeit möglich ist. Hier kommt oft als Einwand:" Aber dann muß ich beim zweiten Therapeuten ja nochmals alles wiederholen!"   Ja ja, aber erstens lernen Sie etwas daraus, wenn Sie zweimal Ihr Problem erzählen, zweitens kristallisiert sich Ihr Problem dann besser heraus, drittens wollen Sie ja therapeutische Lebensabschnittsbeziehung eingehen, die möglicherweise über Jahre geht, und da sollte es am Anfang auf gründliches Abwägen ankommen und viertens wird auch die eigentliche Therapie auch viele Wiederholungen enthält, daß bestimmte wichtige Brennpunkte von verschiedenen Seiten aus immer wieder bearbeitet werden, und zwar nicht weil der Therapeut das so bestimmt oder plant, sondern weil es sich so ergibt.

 

Wenn sich eine Patientin und ein männlicher Therapeut sympathisch sind, vielleicht auch ein bißchen mehr, so scheint zunächst ein Risiko darin zu liegen, etwa in der Art, daß sich übliche Spielchen aus dem Alltag zu wiederholen scheinen. Der Unterschied ist nur, daß eine reale Beziehung von vorneherein ausgeschlossen ist und gelebte Sexualität draußen vor der Tür bleibt. Dies bietet die großartige Chance, was jeder erfahrene Therapeut auch macht, die gegenseitigen Emotionen im Raume zeitnah mit der Patientin zu reflektieren, auszuhalten und zu bearbeiten. Wir wissen, um ein banales Beispiel zu nehmen, welche Lernfortschritte eine Schülerin in einem bestimmten Schulfach machen kann, wenn ihr der Lehrer sympathisch ist oder sogar ein bißchen Schwärmerei dabei ist. Ähnlich kann es auch in der Therapie sein, mit dem wichtigen Unterschied, daß unter erwachsenen Menschen eine für spätere Beziehungen fruchtbare Bearbeitung statt findet. Die Bearbeitung findet nicht theoretisch sondern auf dem Boden des eigenen Erlebens statt.  Im übrigen, nur mit Sprechen über Gefühle, ohne Zulassen und Bearbeiten von Gefühlen läuft keine Therapie. Der Volksmund sagt: man kann nicht stricken ohne Wolle.

Es gibt Frauen, die es zum Selbstschutz und letzten Endes aus innerer Not heraus gelernt haben, perfekte Spiele mit Männern aufzuziehen, welche die Klaviertasten von annähern und zurückziehen, von hingeben und kontrollieren, von verführen und wie eine heisse Kartoffel auch wieder fallen lassen so ausgezeichnet beherrschen, daß selbst ausgebildete Therapeuten damit nicht mehr klar kommen. In solchen eher seltenen Situationen ist es sicher besser, die Behandlung an eine Therapeutin abzugeben.

Daß es für Frauen manchmal schwer ist, mit einem  Mann über so etwas Selbstverständliches wie Sexualität zu reden, ist in unserem aufgeklärten Zeitalter, in dem die Aufklärung immer weiter zurück geschoben wird und wenn man modernistische Ansprüche extrapoliert fast schon im Mutterleib stattfinden sollte, in dem auch von Frauen kraftvoll die weibliche Sexualität als Menschenrecht verteidigt wird, schon seltsam. Frauen, die es ablehnen, mit einem Therapeuten über Sexualität zu reden, sind auch meistens diejenigen, die nicht fähig sind, mit dem eigenen Partner darüber zu reden. Hier liegt eine Chance.

Klar ist, daß der Auslöser für den Entschluß zu einer Psychotherapie oft ein Partnerproblem oder Beziehungsproblem ist. Frauen, die zum probatorischen Gespräch bei einem männlichen Therapeuten waren, berichten schon mal: "Wir verstehen uns nicht....".  Das könnte bedeuten, daß sich diesselben Probleme, die im Gespräch mit dem  aktuellen oder gewesenen Partner bestehen/bestanden, in der Therapie wiederholen. Auch hier liegt eine Chance für manche Frauen im geschützten Therapieraum Zugang zur vielleicht unverstandenen männlichen Welt zu gewinnen und dies gewinnbringend für die eigene Beziehung anzuwenden. Merke: nicht alles was anstrengend ist, muß schlecht sein.

Sich einzulassen mit einem Mann, auch wenn es nur mental ist, ihm Macht zu geben, auch wenn es nur Wissen ist, ein Stück weit abhängig zu werden, ist in einer gut laufenden Therapie ein oft wichtiger Zwischenschritt. Vertrauen schenken, Macht und Einfluss gewähren, Abhängigkeit sind Geschwister, welche die Therapie bis zum Gewinn oder Rückgewinn der Autonomie begleiten. So ist es auch in der Herkunftsfamilie, bis die Kinder erwachsen und flügge werden. 

Was ist die Quintessenz?  Legt sich eine Patientin von vorneherein fest auf eine Therapeutin, sollte sie erst versuchen ihre eigenen unbewußten Motive zu erforschen und danach vielleicht erst die Wahl treffen auf dem Boden einer reifen Entscheidungsbasis.

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