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Praxis Dr. med. Dr. paed. Dietger  Heitele

                       

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Naturheilverein Elbvororte Vortrag für den 22.3.2000 im Haus Rissen 19.30

Thema: Dein Darm- das unbekannte Wesen. Störungen und ihre Auswirkungen auf andere Organe

Einleitung und Überblick:

Wenn es Kindern in der Mitte des Leibes weh tut, sagen sie meist, daß sie "Bauchweh" haben. Erwachsene sagen im selben Fall meistens daß sie "Magenschmerzen haben", so als ob der Magen der edlere Teil ist und der Rest des Bauches besser verschwiegen wird. Wenn Frauen Bauchbeschwerden haben, ist oft der Gynäkologe der erste Ansprechpartner, der meistens nichts findet. In der Hausarztpraxis habe ich oft die Erfahrung machen müssen, daß Patienten, obwohl taktvoll auf den Bauch angesprochen, schon leicht beleidigt waren. Ist es Unwissenheit oder Körperfeindlichkeit oder Verdrängung, was den Erwachsenen dazu verleitet, sich im Grunde ungenauer als die Kinder auszudrücken ? Tatsächlich hat das Fach Medizin trotz aller Bemühungen der Aufklärungswellen kein Korrespondenzfach in der Schule, so daß ich im günstigsten Falle einfach Unwissenheit annehme. Über andere Körperteile und Organe ist meistens beim Laien exakteres Wissen vorhanden, so daß man in der Tat geneigt ist, den Bauch als das unbekannte Wesen einzustufen. Insofern habe ich aus 15 jährigen Allgemeinärztlicher Tätigkeit gelernt und möchte deswegen an dieser Stelle , hoffentlich besser als die heutigen technischen Gebrauchsanweisungen zu elektrischen Geräten, einige Grundlagen für Laien näher bringen, in der Hoffnung, daß sie organübergreifende Zusammenhänge dann besser verstehen.

eingeweide_sw3.jpg (21971 Byte)                                                Abb. 1

Grobes Primärmodell: Zunächst scheint alles einfach: Aufgenommene Nahrung wird entweder ohne großes Federlesen geschluckt, oder in der Mundhöhle durch Kauen zerkleinert, zermahlen, durch die Speichelbildung aufbereitet und dann geschluckt. Sie wandert in die Speiseröhre (vw. Abb. 1) von dort in den Magen, von dort in den Zwölffingerdarm, dann in den Dünndarm, von da in den aufsteigenden Dickdarm, den quer verlaufenden Dickdarm, den abführenden Dickdarm, von da in den Enddarm, wo die unbrauchbaren Teile und entstandener Abfall als Kot ausgeschieden wird.. Das ganze erstreckt sich über ca. 8 m Länge. Soweit so gut. Der Teufel steckt nur im Detail. Der Nahrungsbrei durchläuft dabei verschiedene wichtige Stationen, an denen Störungen auftreten können, die wir im einzelnen besprechen. Wichtig ist zunächst, daß die Nahrung nicht passiv durchfällt, wie in einem unlebendigen Fahrradschlauch, sondern durch Längs und Quermuskeln die den Darm begleiten gewissermaßen durchgewalkt und in Form von Wellenbewegungen

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Abb. 2

durchtransportiert werden. vw. Abb. 2 Muskeln aber brauchen genauso wie bei den Beinen oder den Armen Energie und Sauerstoff. Wenn die Beine zu wenig Sauerstoff bekommen, kommt es zum Muskelkater, wenn das Herz zu wenig Sauerstoff bekommt, kommt es zur Angina pectoris oder gar zum Herzinfarkt, wenn das Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommt, kommt es zum Schlaganfall oder Vorstufen davon. Der Darm reagiert bei schlechter Durchblutung und Sauerstoffmangel meist undramatischer, es kommt zu eher unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Bauchdruck, Blähungen, Verstopfung und ähnlichem. Somit kann man fürs erste sagen: Durchblutungsstörungen und Sauerstoffmangel führen bei den edlen Organen wie Lunge, Herz, Gehirn oft zu dramatischen, lebensbedrohlichen akuten Erkrankungen, beim Darm dagegen eher zu den schleichenden, chronischen Erkrankungen. Die Muskulatur und die Durchblutungsverhältnisse sind nicht unwichtig für die Darmpassage. Bei manchen Menschen dauert die Passage von der Mundhöhle bis zum Enddarm nur 12 -24 Stunden, bei manchen kann es aber auch 2 - 3 Tage dauern. Letztere bilden sich dann oft ein, weil sie jeden Tag Stuhlgang haben, daß der Darm in Ordnung ist, vergessen aber dabei, daß der Stuhl unter Umständen schon 2 - 3 Tage alt ist, und in der Zwischenzeit, weil die Darmpassage eben so lange läuft, im Darm Fäulnisbildung der Nahrung mit der Folge von Gasbildung begonnen hat. Aber das ist eben leider verschleiert. Vor allem, wenn der Darm schon etwas ausgelatscht ist, kann es passieren, daß in den Ausbuchtungen Verstopfung ist, in der Mitte aber Durchfall, so daß das Mischbild eine normale Verdauung vorspiegelt. (vw. Abb. 3).

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Abb . 3

Es kann sogar sein, daß im Dünndarm Durchfall ist, der durch den Dickdarm aber scheinbar wieder ausgeglichen wird (sogenannter innerer Durchfall). Täglich Verdauung zu haben ist somit trügerisch und ein unzureichendes Zeichen für einen gesunden Darm. Kritische und wichtige Stellen für die Verarbeitung des Nahrungsbreies werden im folgenden besprochen: (vw. hierzu Abb. 1) 1. Mundhöhle und Zähne: wenn die Zähne nicht ausreichend verkleinern, haben die nachfolgenden Instanzen Schwierigkeiten mit der Weiterverarbeitung. Der Mundraum hat drei wichtige Drüsen für die Vorverdauung: Ohrspeicheldrüsen (2x), Unterzungendrüsen (2x), Unterkieferdrüsen (2x), die Speichel liefern. Wenn sie keinen Speichel oder zu wenig liefern, oder keine Zeit haben auf den Nahrungsbrei einzuwirken, haben die nachfolgenden Verarbeitungsinstanzen Probleme mit der Weiterverarbeitung. In der Mundhöhle sind die Probleme hausgemacht: es wird zu wenig gekaut, es wird zu wenig eingespeichelt, es wird zu schnell heruntergeschluckt, ganz besonders bei den Schlingern. Wenn der Volksmund sagt, daß das Wasser im Munde zusammenläuft, so sollte man dieser Aussage großen Wert schenken. Die Nahrungsvielfalt ist tatsächlich so groß, daß es niemanden schwer fallen sollte, die Speisen zu essen, die ihm eben schmecken. Wer sich dazu zwingt, vom Gefühl her unerwünschte Nahrungsmittel zu essen, wird Schwierigkeiten haben, genügend Speichel zu bilden und wird versucht sein, den unbeliebten Nahrungsbrei so schnell wie möglich hinunter zu schlingen. Ziel sollte sein, zu einer instinktiven Nahrungsaufnahme zurück zu finden, d.h. nur das zu essen, was schmeckt. Alles andere wird nicht richtig verdaut. Ganz besonders betrifft das auch Kinder. Wenn Kindern der Teller prall gefüllt wird, von den Eltern, und sie nicht eher aufstehen dürfen als bis der Teller geleert ist, obwohl sie schon früheraufhören müssen, so werden hier die Weichen gestellt für den Verlust des Nahrungsgefühls und letzten Endes Fettsucht. Es ist noch kein Kind daran verhungert, wenn es seinen Teller nicht leer gegessen hat. Daß diese Ausführungen durchaus ihren Erfahrungshintergrund haben, zeigt das Beispiel von Fletcher. Nachfolgend ein Zitat:

Gesundgekaut! HORACE FLETCHER, ein reicher Kaufmann in den Vereinigten Staaten, war 40 Jahre, als er merkte, daß sein Gesundheitszustand unbefriedigend war. Er wog bei einer Körpergröße von 167 cm bereits 94 kg, war immer müde und abgespannt, hatte schlechten Appetit und unruhigen Schlaf. Eine Lebensversicherungsgesellschaft lehnte seinen Versicherungsantrag ab. Dieses Ereignis machte auf ihn einen so starken Eindruck, daß er den Entschluß faßte, sich seiner Gesundheit zu widmen. Er löste seine geschäftliche Verbindlichkeit und reiste auf den Rat seiner Ärzte nach Europa. In den verschiedensten Kurorten unterzog er sich einer Behandlung, aber nichts half. Schließlich gab er jede ärztliche Behandlung auf. Es fiel ihm ein, daß einmal ein besonders rüstiger Herr zu ihm gesagt hatte. "Du mußt mehr laufen und besser kauen! Fletcher griff diesen Gedanken auf und ging sofort daran, ihn auszuführen. Er bemühte sich mit voller Konzentration zu essen, er kaute die Speisen möglichst lange und speichelte sie so sorgfältig ein, daß sie vollständig flüssig in den Magen gelangten. Auch flüssige Nahrung speicherte er gründlich ein. Nach einiger Zeit bemerkte er, daß der Schlundring, der von den Gaumenfalten und den darin enthaltenen Muskeln und dem Zungengrund gebildet wird, die Speise erst dann passieren ließ, wenn sie vollständig flüssig gekaut und eingespeichelt war. Er merkte schon bald die wohltätige Wirkung des Kauens auf seine Gesundheit. Der Appetit wurde gut und das Allgemeinbefinden besserte sich zusehends. Schon nach vier Monaten hatte er 20 Kilo abgenommen. Dabei fühlte er sich viel kräftiger und bedeutend leistungsfähiger als früher. Er konnte 150 und mehr Kilometer an einem Tage radfahren ohne zu ermüden. Er aß nur das, was der Instinkt ihm eingab: Brot und Butter, Kartoffeln, Reis, Gemüse, Fleisch und Fisch. Gegen den Durst trank er zwischen den Mahlzeiten nur Wasser. Mit zunehmender Gesundung ließ das Verlangen nach Nahrungsmitteln, die viele Reizstoffe enthalten, wie Fleisch, starke Gewürze, Alkohol, Kaffee, Tee, nach. Später lebte er hauptsächlich von Kartoffeln, Brot, Gemüse, Obst, Milch, Sahne, Eiern und wenig Fleisch und Fisch. Um seine Beobachtungen und Lehren weiteren Kreisen zugänglich zu machen, stellte er sich im Alter von 54 Jahren, im Jahre 1903, Prof. Chittenden in einem Universitätsinstitut zur Verfügung. Chittenden stellte fest, daß Fletcher nur mit einem Drittel der Nahrungsmenge lebte, welche die medizinischen Lehrbücher für einen Mann seines Alters für nötig hielten. An seinem 60. Geburtstag zeigte er seine Leistungsfähigkeit, indem er auf dem Fahrrad 320 km zurücklegte, ohne am nächsten Tag steif oder müde zu sein. Aus: Neue Erkenntnisse in der Naturheilbehandlung von A. Rosendorff Lorber - und Turm - Verlag Speiseröhre

Die nächste Station des Nahrungsbreies ist die Speiseröhre, in die Nahrung nicht einfach passiv hinein fällt, sondern von der die Nahrung aktiv durch Muskelbewegungen in den Magen transportiert wird. (vw. Abb. 2) An der Stelle, wo die Speiseröhre durch das Zwerchfell in den Mageneingang mündet ist die zweite problematische Station, weil hier eigentlich eine Art Ventil sitzen müßte, welches zwar den Nahrungsbrei nach unten durchläßt, aber in der Gegenrichtung verhindert, daß Magensäure in die Speiseröhre hochsteigt und hier unerträgliches Sodbrennen verursacht. Der Ventilmechanismus versagt z.B. dann, wenn ein Teil des Magens hoch gerutscht ist, Mediziner sprechen dann vom Zwerchfellbruch. Nur wodurch kommt das zustande, freiwillig macht der Magen das nicht, sondern nur unter Druck. Dieser Druck kann nur von unten kommen, nämlich, wie wir später erklären werden durch zu viel Luftdruck im Bauch und dadurch eine nach oben verursachte Bauchpresse, oder aber auch durch ein zu enges Korsett.

Magen: Der Magen steht im Dienste der Vorverdauung . Durch Ausschüttung von Salzsäure werden z.B. Eiweiße gespalten. Damit die Magensäure die Magenwand nicht auch angreift und in kannibalischer Weise gleich mit verspeist, schütten die Magendrüsen auch eine schützende Schleim aus, sowie ein basisches Salz, welches in der Volksheilkunde als schlichtes Kaisers Natron oder Bullrich Salz bekannt ist. Die Salzsäure ist auch gleichzeitig eine Mikrobenschleuse für Bazillen und Parasiten. Hier sind viele Störungen denkbar:

1. Möglichkeit: das Ventil zum Mageneingang schließt nicht richtig und Salzsäure tritt in die Speiseröhre mit der Folge des Sodbrennens und häufig unerträglicher Schmerzen. Diese Störung ist hausgemacht. Schulmedizinisch wird operiert, ohne Garantie dafür, daß durch die Operation nicht neue Schäden und Beschwerden auftreten.

2. Möglichkeit: das Ventil ist zu eng oder krampfartig verengt, daß nach unten nichts durchgeht. Im Günstigsten Falle kommt es zum Erbrechen, im ungünstigsten Falle zu massiven Beschwerden, die einem Infarkt ähnlich sein können. Mediziner sprechen von Achalasie.

3. Möglichkeit. es werden Mittel gegeben, die die Säurebildung hemmen. Phantastisch, allerdings wird damit auch die Bildung der Basen verhindert, mit der Folge, daß der Körper allmählich übersäuert wird. Außerdem fällt die Schleusenbildung weg. Bazillen, Parasiten, Würmer, die vorher durch die Salzsäure abgetötet wurden, haben jetzt freien Durchmarsch zum Darm.

4. Möglichkeit: es wird, vor allem im Alter zu wenig Magensäure gebildet, was eben solche Beschwerden wie zu viel Magensäure auslösen kann, wie zu viel Magensäure. Hier brauchen Sie wirklich einen guten Arzt, der dies erkennt und das bißchen Magensäure was noch da ist nicht mit der Gabe der üblichen Magenmittel noch weg gecancelt. In den letzten 100 Jahren hat es bzgl. des Magens und Zwölffingerdarms unglaublich viele Operationen gegeben, zunächst die verschiedenen Methoden, den Magen operativ auf 1 /3 zu verkleinern, dann die verschiedenen Vagotomien, bei denen die den Magen begleitenden vegetativen Nerven unreparabel zerstört wurden. Alle diese Operationsmethoden wurden fast vollständig verlassen, man beruft sich heute eben darauf, daß sie nach dem Stande des damaligen Wissens ausgeübt wurden. Heute sagt man: endlich wissen wir Bescheid. Ein Bakterium ist schuld, der Heliobacter, und mit einigen recht harten Medikamenten wird versucht, diesen Heliobacter in Form von recht harten Medikamentenkuren hinaus zu treiben. Manchmal gelingt es tatsächlich damit Magen bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre vorläufig zu heilen, über die Ursachen, wie sich das Bakterium ansiedeln konnte, macht man sich keine Gedanken. Und schließlich ist es auch der Naturheilkunde in vielen Fällen gelungen, Zwölffingerdarmgeschwüre zu heilen. Die Nebenwirkungen und Folgewirkungen dieser Heliobactermedikamente sind in ihrem Ausmaß wahrscheinlich noch gar nicht richtig bekannt. In einem Beipackzettel steht, daß es in seltenen Fällen zur Blindheit führen kann. Nun ja, selten, das beruhigt. Der den es dann trifft, hat wenig Freude an der Statistik. Die nächste Station ist der

Magenausgang, der durch vorausgegangene Entzündungen vernarbt sein kann oder wegen des Ringmuskels so ähnlich wie bei Wadenkrämpfen schon mal krampfartig verschlossen ist. Zwölffingerdarm oder Duodenum

Im sogenannten 12 Fingerdarm kommen zum Speisebrei wichtige Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse und Gallenflüssigkeit dazu. Hier ist auch der Hauptort von Geschwüren, die im Volksmund oft fälschlicherweise als Magengeschwür bezeichnet werden, welch letztere ausgesprochen selten sind.

Dünndarm (Leerdarm, Krummdarm) Der gesamte Brei geht nun in den ca. 6 -10 m langen Dünndarm, aus dem sich der Körper die Stoffe holt, die er braucht. Wie das geht muß im folgenden einfach zum Verständnis der Zusammenhänge geschildert werden. Der Darm ist keineswegs einfach so etwas wie ein Fahrradschlauch. Im Gegenteil, die Darmwand ist ein höchst lebendiges Gebilde, bei dem vor allem die Muskulatur , die Durchblutung , das Immunsystem, die Darmflora und die Feinverästelung des Darmröhrensystems eine wichtige Rolle spielen. Man kann sich das so vorstellen, daß von der Darminnenwand aus zahllose sogenannte Darmzotten ins Innere des Darmes ragen (Abb. 4 ), die selber wieder Träger von nur mikroskopisch kleinen Mikrozotten sind.

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Abb. 4

Das Ganze hat damit eine Oberflächenvergrößerung bis zur Größe eines kleinen Fußballfeldes. Dieses riesige Fußballfeld ist ausgekleidet mit einer Schleimoberfläche, die gleichzeitig Träger der sogenannten Darmflora ist. Diesem Zottensystem steht ein riesiges Blutverzweigungssystem gegenüber. Die großen Schlagadern des Darmes, welche Sauerstoff und Nährstoffe enthalten, verzweigen sich in kleinere Schlagadern, diese hinwiederum in noch kleinere usw. bis der Querschnitt ungefähr die Größe eines Blutkörperchens erreicht hat. Es handelt sich um eine sogenannte Kapillare (=Haargefäß=). Vergröbernd kann man nun sagen, daß zu jeder Darmzotte eine solche Kapillare besteht, die eng an eng nebeneinander liegen. Über die Zellwand der Kapillare und die Zellwand der Darmzotte, die Basalmembran, findet nun ein Austausch statt, die Nährstoffe wandern von der Darmröhre in die Blutkapillare, aus der Blutkapillare werden Abfallstoffe in die Darmzotte abgeben. Das zentrale Lymphgefäß transportiert die Darmlymphe, über die noch wenig bekannt ist. Der Weitertransport erfolgt im Blut dann über das sogenannte Venensystem, welches sich spiegelbildlich zum Arteriensystem immer mehr aus weiter, zur Pfortader führt und von da zur Leber, zur chemischen Weiterverarbeitung . Auch wenn es nur sehr seltene schulmedizinische Dünndarmerkrankungen gibt, so sind doch an dieser Stelle Störungsmöglichkeiten erkennbar. Wenn das Gewebemilieu sauer ist, z. B. auf Grund von Sauerstoffmangel oder Übersäuerung, so kommt es zur Anschwellung der Kapillarbasalmembrane und des Zellkerns, die dann nicht mehr durchlässig ist, die Sauerstoffversorgung wird schlechter , ebenso der Nährstoffaustausch und die Auscheidung von Giftstoffen und Schlacken, die dann einfach wie kleine Müllhaufen liegen bleiben und zur Vergrößerung des Darmes führen. Verkompliziert wird das Ganze noch durch das sogenannte dritte Gefäßsystem, das Lymphsystem, welches im Dienste des Abtransportes der Lymphe, einer milchigen Flüssigkeit steht. Ist der Abtransport gestört, kommt es zur Anschwellung des Aufhängeapparates des Darmes, so ähnlich wie etwa ein Bein nach Insektenstich anschwillt. Diese Schwellung führt zu einer weiteren Vergrößerung des Bauches bzw. des Darmes. Anschaulich sieht man das in Abb. 5, woraus auch hervorgeht, daß der Darm an der Wirbelsäule aufgehängt ist, in der sogenannten Darmwurzel liegen die großen Gefäße und hier kommt es zu Wassereinlagerungen und damit Behinderungen der Durchblutung, was sich vor allem in Krampfadern und Hämorrhoiden auswirkt.

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Abb. 5

Mit anderen Worten, der Darm ist ausgesprochen abhängig von einer guten Durchblutung und damit Sauerstoff versorgung einerseits, wenn dies nicht gewährleistet ist, kommt es zu Schwellungen und Verschlackungen in den nur mikroskopisch faßbaren Darmhöhlen. Von diesen Veränderungen ist oftmals in Darmspiegelungen nichts zu sehen, da ja nur die Hauptlumen des Darmes beurteilt werden kann. Prinzipiell ist das obige Prinzip gültig für Dünn und Dickdarm, wobei der Dünndarm mehr zuständig ist für den Nährstoffaustausch und der Dickdarm mehr für die Kotbildung und Rückgewinnung des Verdauungswassers. Der Dünndarm endet beim sogenannten Blinddarm.

Dickdarm: der Dickdarm beginnt am Ende des Dünndarms auf der rechten Seite am sogenannten Blinddarm, geht dann zunächst aufsteigend nach oben bis etwa Bauchnabelhöhe, verläuft dann nach links horizontal (= Querdarm =) , auf der linken Seite geht er wieder nach unten und mündet in den Enddarm bzw. After ein. Hier findet außer der Kotbildung und der Rückgewinnung von Wasser auch noch andere Vorgänge wie Vergärung oder Verfaulung statt. Nährstoffe, die nicht verdaut wurden verfaulen hier unter dem Einfluß von Fäulnisbakterien oder Pilzen und bilden u.U. große Gasmassen, wodurch der Darm massiv gebläht ist. Wenn solche Vorgänge wie Gärung und Verfaulung z.B. durch falsche Ernährung, falsche Ernährungsgewohnheiten oder Medikamente wie Antibiotica zum Dauerzustand werden passiert es sehr häufig, daß die Bänder, welche den Querdarm halten, erschlaffen und der Querdarm nach unten in den Unterbauch sinkt, (vw. Abb, 6 ). Dies ist nicht verwunderlich, da der Dickdarm normalerweise beim gesunden nur 2 Kg wiegt, im Krankheitszustand aber auch bis zu 20 kg wiegen kann.

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Abb. 6

oder der Dickdarm nimmt monströse Ausbuchtungen an, oder an manchen Stellen wird er durch Schlackenablagerung zu Engstelle an anderen weitet er sich, (vw. Abb 7 )

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Abb. 7

oder es kommt zu richtigen Darmverquirlungen, zu Haarnadelkurven. Daraus erwachsen massive mechanische Probleme, wie vor allem X. F. Mayr herausgearbeitet hat, von dem auch die nachfolgende weltberühmte Illustration zu Beobachtungen am Badestrand stammt. mayrbadestrand2.jpg (83722 Byte)

Abb. 8

Hier sieht man auch schon, daß Bauch nicht unbedingt Fettsucht bedeutet. Die beiden Modelle Nr. 7 und 8 sind Ansicht sehr schlank, aber sie haben eine ganz massive Bauchausbuchtung. Am Beispiel des Großtrommelträgers Abb. 8 Modell Nr. 10 seien einige Probleme nochmals veranschaulicht. Durch die unnatürliche Zunahme des Bauches kommt es immer mehr zu einem Hohlkreuz, ähnlich wie bei einer Schwangerschaft, welches für sich schon Schmerzsyndrome der Wirbelsäule verursachen kann. Durch den Platzbedarf des Darmes werden die übrigen Bauch und Brustorgane nach oben gedrückt, wodurch es zum Rundnacken oder sogar Stiernacken kommen kann mit orthopädischen Problemen für die Halswirbelsäule und damit aber auch für die Blutversorgung des Gehirnes und der Arne. Fatal können auch Herzkreislaufprobleme sein. Tagsüber im Stehen fällt der Bauch durch die Schwerkraft nach unten. Nachts auf dem Rücken liegend, wenn die Schwerkraft nach unten weg fällt, steigt der Bauch allmählich nach oben und drückt über das Zwerchfell auf Lunge und Herz, was sich in nächtlichen Angina pectoris Anfällen, Kreislaufbeschwerden, Herzrhythmusstörungen usw. äußern kann. Der deutsche Arzt Roemheld hat dieses Symptom schon vor 100 Jahren beschrieben. Tagsüber scheint dann wieder alles in Ordnung, auch das beim Arzt angefertigte EKG, nachts beginnt der ganze Zauber von vorne. Das geht dann soweit, daß der Betreffende nur noch im Stehen schlafen kann.

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Abb. 9

Probleme des kranken Darmes können sich auch nach unten äußern. Wie schon beschrieben führen ja die großen abtransportierenden Blut und Lymphgefäße durch den Bauchraum an der Rückseite des Darmes. Ist nun zu viel Druck im Bauch, ist eben der Abtransport behindert, ähnlich wie in der Schwangerschaft, und des kommt zum Rückstau, ähnlich wie auch im häuslichen Bereich bei der Kanalisation. Der Rückstau führt einerseits zu einer schlechteren Durchblutung des Darmes, was einen circulus vitiosus einleitet, andererseits an den Beinen zu Krampfadern, am Enddarm zu Hämorrhoiden. Das rein mechanische Wegspritzen durch sogenannte Venenspezialisten ist nur ein herumpfuschen an den eigentlichen Problemen.

Immunologische Probleme: Fast jeder weiß, daß das Blut, die Thymusdrüse, die Mandeln und der Blindarm wichtige Immunorgane sind. Wenigen ist aber bekannt, daß der Darm auch das Hauptimmunorgan überhaupt ist. Im Bindegewebe um den Darm sind zahllose knotenförmige Gebilde, die sogenannten Peyerschen Plaques, die in ihrem Aufbau den Mandeln vergleichbar sind und immunologisch von höchster Wichtigkeit sind. Die Verwandtschaft zwischen den Rachenmandeln und den Darmmandeln geht sogar so weit, daß erfahrene Kinderärzte bei der Untersuchung von Kindern, die über Bauchweh klagen, zunächst in den Hals schauen, um die Rachenmandeln zu inspizieren. Auf Grund dieser Zusammenhänge ist einleuchtend, daß ein gesundes Immunsystem auch vom Darm abhängt und behindert wird insbesondere durch die obige beschriebenen mechanischen Veränderungen, schlechter Durchblutung des Darmes, Anhäufung von Giftstoffen und Schlacken durch schlechten Abtransport, falsche Ernährung und Veränderung der Darmflora. Deswegen war es schon immer ein naturheilkundliches Grundprinzip ein gestörtes Immunsystem z.B. bei Allergien oder recidivierenden Nebenhöhlenentzündungen über den Darm wieder aufzubauen. An dieser Stelle wird es für den Patienten bei der übergreifenden Spezialisierung schwierig. Wenn das alles richtig ist, wem soll er sich dann eigentlich anvertrauen, wenn er ständig alle paar Wochen eine Nebenhöhlenentzündung bekommt, dem HNO Arzt, der im allgemeinen lokal vorgeht und mit dem Darm ja eigentlich nichts zu tun hat, oder dem Internisten, der primär eigentlich der Darm ins Fachgebiet fällt, der aber hinwiederum mit den Nebenhöhlen nichts zu tun hat.

Probleme der Darmflora Der Darm des Neugeborenen ist zunächst keimfrei. Mit der Entbindung und später mit der Nahrungsaufnahme kommt es zu einer Besiedelung der Darmwände und Darmhöhlen mit Bakterien und sonstigen Keimen, die sogenannte Darmflora. Bestimmend für den Aufbau der Darmflora ist somit der Kontakt mit der Scheide, dem After und dann der Brustwarze. Im Idealfall enthält die Scheidenschleimhaut Acidophilus und Bifidusbakterien, der After Colibakterien. Ist dies nicht der Fall, und ist die Entbindende Pilzträgerin, so kommt es schon kurz nach der Entbindung zur Fehlbesiedelung und damit zu Stoffwechselstörungen beim Kind, wie nachfolgend ausgeführt. Zur Katastrophe kann es kommen, wenn das Kind Fäulnisbakterien aufnimmt und die Mutter nicht stillt, weil dann dem Kinde die schützenden Immunglobuline A nicht zugeführt werden. Während noch bis in die sechziger Jahre die Darmflora als unwichtig und bedeutungslos angesehen wurde, findet allmählich ein Umdenken in der Schulmedizin statt. Denn, die Darmflora ist in hohem Maße wichtig, einmal im immunologischen Sinne, zum andern bei der Nahrungsaufnahme. Ohne die Darmflora können bestimmte Vitamine gar nicht aufgenommen werden, wahrscheinlich auch andere Stoffe wie Spurenelemente. Somit sind diese Darmbakterien absolut lebensnotwendig Sie sind nicht unsere Feinde, sondern unsere Freunde und sollten gehegt und gepflegt werden. Die Darmflora bietet auch Schutz vor Keimen der Umgebung, beispielsweise wenn wir Wasser aus der Leitung oder aus dem Fluß trinken, was mit Sicherheit nicht keimfrei ist. Probleme können hier auftreten bei Reisen in die Ferne. Während Eingeborene auf Grund ihrer spezifischen Darmflora keine Probleme haben, können Eingereiste schon nach dem Genuß von einigen Eiswürfeln im Longdrink massive Durchfälle bekommen. Schon im ersten Weltkrieg beobachtete Prof. Nissle, daß Soldaten, bei denen ein bestimmter Colibakterienstamm im Dickdarm vorhanden war, von Ruhr, Typhus und anderen Darminfectionen verschont blieben. Als zweite wichtige Erkenntnis stellte er fest, daß die bakterielle Fehlbesiedelung die häufigste Ursache von Immunschwächen ist . Er entwickelte aus den Darmbakterien von darmgesunden Soldaten ein Medikamente, das heute noch unter dem Namen Mutaflor im Handel ist. Der englische Arzt Bach, der auch die mehr bekannte Bachblütentherapie kreierte, ging einige Schritte weiter. Zum einen leistete er bahnbrechende Arbeit bei der Analyse von Darmbakterien, zum andern entwickelte er eine Art Impfmethode gegen schädliche Darmkeime, sogenannte Nosoden, die heute noch in anderer Form Verwendung findet. Neuere Autoren wie Seeger und Schuler haben sich mehr mit den Auswirkungen einer geschädigten Darmflora beschäftigt und kommen zu dem Schluß, daß eine gestörte Darmflora nicht nur zu vielen chronischen Erkrankungen führen kann, sondern ursächlich auch an der Krebsentstehung beteiligt ist, insofern als die durch Dysbiose (= Fehlbesiedlung=) produzierten chemisch - toxischen Produkte direkt karzinogen sind. Wenn das richtig ist, haben Krebspatienten keine Chance, wenn es nicht gelingt, den Darm zu sanieren, was sehr schwierig ist. Die Darmflora zu schädigen ist sehr leicht z.B. durch Antibiotica, die über das Blut verbreitet ja überall da hin kommen, wo Darmbakterien sind, in den kleinen Höhlen und Seitengängen der Darmschleimhaut. Umgekehrt ist es schwierig Darmflora wieder anzusiedeln, da diese über den Verdauungstrakt nach und nach sich wieder in den erwähnten Höhlen ansiedeln müssen. Aus diesen Gründen ist die Gabe eines Antibiotikums eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe und sollte nie eine Routineverordnung sein. Eine Fehlbesiedlung der Darmflora tritt erfahrungsgemäß nicht nur nach Antibiotica auf sondern auch nach Cortison, Antirheumatica und Hormonen ein . Möglicherweise deswegen haben viele Frauen, die leichtfertig Wechseljahrshormone einnehmen mit Bauch und Gewichtsproblemen zu kämpfen.

Was geschieht ohne Darmflora? Hier hat es naturgemäß nur Tierversuche gegeben, bei denen künstlich (u.a. Kaiserschnitt) von der Geburt an, der Darm steril gehalten wurde. Dabei zeigte sich u.a. folgendes:

a. Die Sterblichkeit war ungeheuer hoch

b. das gesamte lymphatische System (=Immunabwehr=) war schwer gestört. Es kam gehäuft zu lymphatischen Erkrankungen wie Mandelentzündungen, Nebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen,Bronchitis,Zahnwurzelent zündung und nicht zuletzt zu Lymphdrüsenkrebs. Damit einher gingen starke Verminderung der Abwehrzellen (Lymphozyten) in Blut und Gewebe.

c. die Leber war untergewichtig

d. Die Immunglobuline waren allgemein vermindert e. Die Gamma Globuline waren vermindert

f. bestimmte Vitamine wie Vitamin K, B und Biotin wurden nicht mehr gebildet.

Die Ergebnisse sind sicherlich zum Teil auf den Menschen übertragbar und lassen es zu, die Aufgabe der Darmflora in mindestens fünf Funktionsbereiche aufzugliedern:

a. Stoffwechselaktivität im Guten wie im schlechten d.h. einerseits können Darmbakterien hilfreich sein bei der Verdauung von an sich schwer oder gar nicht verdaulichen Speisen andererseits können durch Fäulnisbakterien Fäulnisprodukte wie Schwefelwasserstoff oder Ammoniak entstehen, die dem Stuhl einen sehr penetranten Geruch geben zudem aber zu einer massiven Leberbelastung führen. b. Synthese von Vitaminen wie oben ausgeführt

c. Entgiftung Gerade beim Verzehr tierischer Lebensmittel fallen hochgiftige Substanzen an, die mittels der Fermente der normalen Darmflora entgiftet werden. Kommt es zur Überhandnahme krankhafter Keime, wird diese Entgiftung des Körpers nicht mehr gewährleistet , es kommt zur Selbstvergiftung u.a. mit Fuselalkoholen. Der Patient wird zum chronischen Alkoholiker, ohne daß er einen Tropfen Alkohol bewußt trinkt.

d. Schutz vor Fremdeiweiß und Allergien der menschliche Organismus ist äußerst sensibel gegen Fremdeiweiß im Blut und Bindegewebe. Normalerweise kommt es nicht dazu, außer bei ärztlichen Maßnahmen (z.B. Impfung mit Rinderserum) oder aber wenn die Darmflora gestört ist. Man stellt sich das so vor, daß die gesunde Darmflora die Darmschleimhaut wie eine schützende Tapete vollständig auskleidet , Fremdeiweiße erkennt, sie mit Hilfe von Fermenten zerlegt und nur die ungefährlichen Bruchstücke durchläßt. Ist die Flora aber geschädigt, so kommt es zu sogenannten "Lecks", durch welche vollständige Fremdeiweißmoleküle hindurch treten, ins Blut übergehen und damit Allergien, vorzugsweise Nahrungsmittelallergien auslösen.

e. Immunologie Wie oben ausgeführt steht die Darmflora im Dienste sowohl der sogenannten humoralen Immunabwehr (z.B. Immunglobuline=) als auch der zellulären Abwehrfunktion (= Killerzellen gegen Viren und Krebs=). Aus didaktischen Gründen soll das Ganze noch von einer anderen Sichtweise angegangen werden.

Probleme der Nährstoffaufnahme:

Der ideale Darm ist so zu beschreiben, daß er alle wertvollen Nahrungsbestandteile ins Blut abgibt und alle Schlacken, Abfälle und Gifte des Körpers aufnimmt und zur Entsorgung in den Kot abgibt. Was aber wenn es umgekehrt ist? Oder eine Mischform? Dann müssen die Schlacken anderswo entsorgt werden, z.B. über die Haut, was dann zu Hautunreinheit oder langwierigen Ekzemen führen kann. Oder über die Lunge, was nach naturheilkundlicher Lehre zu Asthma führen kann. Umgekehrt, wenn die Aufnahme z.B. durch zu viele Darmablagerungen oder Fehlbesiedlung der Darmflora nicht funktioniert, kann der Betroffene Vitamine, Calcium und Spurenelemente schlucken so viel er will, es kommt einfach nichts an. Hier mögen auch Probleme des Eisenmangels vieler Frauen stecken, die auf Grund der Regelblutung und eines gestörten Darmes in einem ständigen zustand des Eisenmangels stecken. Ein spezielles Problem der Darmflora stellen die Pilze dar, die erst ganz allmählich auch von der Schulmedizin ernst genommen werden. In alten gynäkologischen Lehrbüchern der Jahrhundertwende werden Scheidenpilze nicht erwähnt, die Krankheit gab es einfach praktisch nicht. Heutzutage dürfte ein Drittel aller Frauenarztpatienten dort wegen Pilzen in Behandlung sein. Ähnlich ist es mit der Verpilzung des Darmes, die inflationär zugenommen hat und an anderer Stelle ausführlicher betrachtet wird und die auch als wesentliche Mitursache von Allergien und Hautproblemen gesehen wird. Zum Schluß kommen wir tatsächlich nochmals zum Schluß, zu dem was der Volksmund "Verdauung" nennt. Zu einer gesunden Verdauung gehört mehr als einmal am Tage Stuhlgang zu haben. Viele chronisch Kranke haben das noch nicht einmal. Entscheidend ist die Passagezeit. Ist der Kot Ergebnis der Vortagsmahlzeiten oder gar des Vorvortages. Um die Dauer der Darmpassage zu prüfen hat schon F. X.. Mayr die sogenannte Spinatprobe empfohlen. Spinattest: Der Patient erhält am 1. Tag kein Gemüse jeglicher Art. Am 2. Tag eine große Portion Spinat, abends nur eine Milchspeise. Bei normaler Darmmotilität zeigt der nächste Stuhl einen schwarz - grünlichen und davon abgegrenzt einen gelblichen Anteil. Meistens aber, und das zeigt schon eine Störung an, wird die Grünfärbung erst viel später, evt. sogar mehrere Tage hindurch sichtbar.

Die folgenden chronischen Erkrankungen sind Folge eines gestörten Darmes:

Hämorrhoiden: durch den erhöhten Druck werden die Venen des Enddarms praktisch heraus gepreßt. Verödungen oder Hänorrhoidenmittel können hier nur lindernd wirken, aber nicht das Übel an der Wurzel packen

Speiseröhrenentzündung, Zwerchfellbruch, ständiges Sodbrennen, Aufstoßen: hier passiert dasselbe, nur am Anfang des Verdauungsschlauches.

Nächtliche Herzbeschwerden, Hochdruck: durch den Wegfall der Schwerkraft drückt der luftgefüllte Darm nach oben und über das Zwerchfell auf Lunge und Herz.

Wirbelsäulenbeschwerden: durch den erhöhten Platzbedarf bei luftgefüllten Darmschlingen kommt es zu einem Hohlkreuz und kompensatorisch dazu zum Rundnacken bzw. sogar Stiernacken.

Chronische Allergien und Nebenhöhlenentzündungen: durch die Stoffwechselprodukte der falschen Darmflora bzw. der übermäßigen Darmpilze kommt es zu einer schweren Beeinträchtigung des Immunsystems, welches seinen Hauptplatz im Darm hat.

Hautkrankheiten: eine unruhige Haut ist immer Spiegelbild einer unruhigen Psyche oder aber eines unzureichenden Darmes. Wenn die Psyche gestört ist, kann eine Psychotherapie oder Bachblüten helfen, sonst steht eben der Darm zur Behandlung an. Die pausenlose Schmiererei mit Salben und Cremes führt auf die Dauer nicht weiter.

Was ist nun zu tun: Darmbehandlung ist für beide Seiten, den Patienten und für den Arzt sehr anstrengend. Schnelle Erfolge stellen sich oft nicht ein. Die Forderung mancher Patienten, mal eben schnell den Darm in Ordnung zu bringen, ist unerfüllbar. Die beste Darmbehandlung besteht darin, alle Krankheiten des Körpers grundsätzlich naturheilkundlich anzugehen, damit der Darm gar nicht erst Schaden nimmt. Dies ist nur möglich im Rahmen einer naturheilkundlich - ganzheitlichen Hausarztbetreuung. Es ist sinnlos, beim Naturheilarzt den Darm behandeln zu lassen und die übrigen Organe bei anderen Ärzten vorzustellen. Deswegen die Bitte: wer einen guten Hausarzt hat, soll bei diesem bleiben, wir machen auch gerne Behandlungsvorschläge.

Zunächst zur Diagnostik: Äußere Zeichen für Darmschwäche sind ein aufgetriebener Unterbauch oder Mittelbauch und weiß oder weißgelblich belegte Zunge evt. in Verbindung mit üblem Mundgeruch. Der Kenner sieht die Darmschwäche schon am Gesicht oder an der Haltung. Etwas aussagekräftiger ist schon der Stuhltest, der Auskunft über die Darmflora gibt. Nicht jedes Labor hat die nötige Erfahrung dafür, weswegen wir Stuhlproben grundsätzlich an Speziallabors schicken und vorhandenen Fremdbefunden zunächst einmal skeptisch gegenüberstehen. Damit die Untersuchung möglichst aussagekräftig wird, empfehlen wir, drei Tage lang Essig zu sich zu nehmen, etwa 3 * 1-2 Eßlöffel/pro Tag, mit oder ohne Öl, mit oder ohne Wasser, das ist alles unwichtig. Am vierten Tag vom Morgenstuhl bitte eine Probe ggf. von mehreren Stellen eintüten, Namen draufschreiben und wegschicken. Das Ergebnis kommt nach 8 - 10 Tagen. Hieraus lassen sich wichtige Erkenntnisse für den Aufbau der Darmflora gewinnen. Leider ist die Untersuchung des Stuhles, die nicht verwechselt werden darf mit der Untersuchung auf verstecktes Blut bei der Krebsvorsorge, mit diversen Fehlern behaftet. Davor sind aber auch diagnostische Maßnahmen nötig, z.B. Jörgensen Test auf Übersäuerung des Blutes oder auch durchaus einmal eine Röntgenaufnahme des Dickdarmes.

Nun zur Therapie: Schlagwortartig die wichtigsten Dinge:

1. Unnötige oder zweischneidige medizinische Maßnahmen vermeiden (vielleicht heilt eine Halsentzündung oder eine Kehlkopfentzündung mit Antibiotika ein paar Tage schneller aus, wenn dafür der Darm darunter leidet, haben Sie nur wenig Freude daran)

2. Die Mundspeicheldrüsen zu ihrem Recht kommen lassen (gut kauen, bedächtig essen, nicht schlingen). "Fletschern" wäre ideal. Schlinger haben auf Dauer wenig Grund zur Freude

3. Speisen, die zu schnell runter rutschen (Eintöpfe, dicke Suppen) vermeiden. Nie Speisen mit Getränken "runterspülen", besser Essen und trinken trennen. Milch, Zucker, Honig, Sirup, Melasse ebenfalls weitgehend meiden. Nie um des Essens willen essen, nur das essen, was schmeckt.

4. Zur Gesundung eines kranken Darmes gehören Chufas Nüßli, am besten trocken oder mit Bioghurt, Kanne Brottrunk, Nahrungsergänzungsmittel wie Laktoplex, Reguloaktiv und Gemüsebrühe (z.b. Vitaltrunk) ggfl. auch regelmäßige Einläufe, viel Bewegung, Hüpfen wäre ideal, Bauchmassagen, erst in zweiter Linie Medikamente (zur Entpilzung, Aufbauprodukte für die Darmflora). Wer es sich leisten kann, soll regelmäßig Knoblauch essen.

5. Beschränkung auf drei Mahlzeiten, dazwischen nur Getränke (Tee, Kaffee (als Genuss), Gemüsebrühe, Kanne Brottrunk. Möglichst keine Obstsäfte, Obst lieber so oder Kuhmilch trinken essen. Bevorzugung heimischer Obstsorten . Das ist gewissermaßen das Basisprogramm, welches aber häufig nicht ausreicht. Heutzutage spielen die Darmpilze leider eine große Rolle. Deswegen soll an dieser Stelle auf das Problem der Pilze eingegangen werden.

Das Pilzproblem

Im Augenblick ist es modern, sowohl in der Laienpresse als auch der medizinischen Welt über das Pilzproblem zu schreiben. Naturheilärzte haben schon seit vielen Jahren auf das Problem der Pilze im Körper hingewiesen und ihre Brisanz erkannt. Ich möchte im folgenden einmal versuchen, notwendigerweise verkürzt und vereinfacht, alles dazu Wissenswerte für die Patienten unserer Praxis auf einen Nenner zu bringen.

Unser Körper und auch unsere Umwelt beherbergt eine Unzahl von dem bloßen Auge nicht sichtbaren Kleinlebewesen. Im wesentlichen handelt es sich um Viren, Bakterien und Pilzen. Bakterien, im Volksmund "Bazillen" genannt, sind verantwortlich für viele Krankheiten, bei denen eitrige und gewebsverändernde Entzündungen am Werke sind, z.B. eitrige Bronchitis, Mandelentzündung, Tuberculose, Scharlach, Diphterie, Cholera und Typhus. Allerdings gibt es im Körper auch Bakterien, die der Körper braucht, die dazu verhelfen, die Nahrung aufzuschließen, oder unverdaute Reste zu verarbeiten. Es handelt sich dabei um die schon erwähnte Darmflora. Diese Bakterien sind außerordentlich wünschenswert, wir leben in Freundschaft mit ihnen und sie sind stark an unserem immunologischen Gleichgewicht beteiligt. Sind diese Bakterien z.B. die Coli Bakterien allerdings am falschen Platz, d.h. nicht im Darm sondern beispielsweise in den Harnwegen, so können sie dort wiederum ernste Krankheiten auslösen. Gegen Bakterien hat Behring das Penicillin entwickelt, spätere Biochemiker weitere Mittel wie Sulfonamide oder Cefalosporine, die man grob alle unter dem Begriff der Antibiotica zusammenfassen kann. Viren sind für die meisten Grippe- Schnupfen und Erkältungskrankheiten verantwortlich, aber auch beispielsweise für Windpocken, Gürtelrose, Masern, Röteln. Wenn eine Viruserkrankung abgeheilt ist, ist es keineswegs so, dass die betreffenden Viren aus dem Körper verschwunden sind. Auf irgendeine Art und Weise haben sie es geschafft einen Brückenkopf zu bilden und in Zeiten der inneren Schwäche sich krankheitserregend wieder zu zeigen. Ein Beispiel dafür ist die Gürtelrose, die viele Jahre oder Jahrzehnte nach den Windpocken unter neuem Bilde mit den alten Viren auftreten kann, oder die Herpeserkrankung, die ein geschwächtes Immunsystem voraussetzt, und jederzeit in Stressituationen, auch seelischer Art, bei extremen Gefühlsreactionen wie Ekel aufbrechen kann. Gegen Viren gibt es bis auf den heutigen Tage kein Heilmittel sondern nur vorbeugende Impfungen. Die durch Viren oder Bakterien hervorgerufenen Krankheiten haben etwas gemein. Es handelt sich dabei um verhältnismäßig klare Symptomenbilder. Die Krankheiten, die durch Pilze hervorgerufen werden, sind schwerer zu beschreiben. Es handelt sich dabei mehr um chronische und sehr undurchsichtige Verläufe, die vor allem durch eine unglaubliche Hartnäckigkeit gekennzeichnet sind. Frauen, die Last mit Scheidenpilzen haben, wissen ein Lied davon zu singen und auch wie schwer sich die Frauenärzte tun, weil sie leider oftmals nur das lokale Geschehen behandeln. Das sogenannte chronische Müdigkeitssyndrom, zu dem sich schon Selbsthilfegruppen gebildet haben, hat sicherlich zusammen mit anderen etwa seelischen Faktoren auch mit Pilzen zu tun. Grob gesagt gibt es keine chronische über längere Zeit dauernde Krankheit, an der die Pilze nicht irgendwie beteiligt sind. Naturheilkundlich denkende Ärzte sehen die Pilze im Darmtrakt als die eigentlichen krankheitsunterhaltenden Verursacher von Allergien an..Gegen Pilze gibt es Medikamente, die teilweise fast nebenwirkungsfrei sind, wie z.B. Nystatin, teilweise aber auch ganz gravierende Nebenwirkungen haben. Im Darmtrakt sind grundsätzlich Bakterien und Pilze vertreten, vorwiegend Bakterien, sowohl erwünschte als auch unerwünschte, die Pilze sind in der Minderzahl. Es ist also beim gesunden Menschen ein gewisses Gleichgewicht da. Störungen dieses Gleichgewichtes erfolgen vor allem durch Nahrungsfehler (ständig zu süßes ballaststoffarmes Essen) und durch Medikamente (Antibiotica, Hormone, Rheumamittel). Letzteres ist ja verständlich, wenn man bedenkt, dass das Penicillin aus Pilzen hergestellt wird. Im Umkehrschluss sind damit Penicilline Nahrung für die Pilze. Außerdem unterscheiden Penicilline nicht zwischen den guten und den unerwünschten Bakterien. Sie löschen unter Umständen erst mal alle aus und die Pilze bekommen die Übermacht. Deswegen ist es grundsätzlich falsch, obwohl ich dies früher selbst vertreten habe, bei einer Viruserkrankung wie einer Grippe, "vorsorglich Antibiotica" dazuzugeben, da sie ja "nicht schaden können". Sie schaden in ganz beachtlichem Maße. Aus naturheilkundlicher Sicht ist es auch falsch, vorbeugend, z.B. beim Ziehen von Weisheitszähnen, Penicillin zu geben. Solches Vorgehen fördert das Wachstum der Pilze. Das Tückische daran ist folgendes: Penicillin, z.B. gegen eine eitrige Mandelentzündung wird geschluckt und wandert von da aus in den Darm. Auf diesem Wege schädigt es zunächst einmal die Darmbakterien direkt. Da Antibiotica aus Pilzen hergestellt sind, bilden sie auch eine gute Nahrung für Pilze. Werden die Antibiotica nun vom Darm aufgenommen, wandern sie ins Blut, von wo aus sie ihre Reise zu den Mandeln antreten, leider aber nicht nur dorthin. Über den Blutweg erreichen sie natürlich im zweiten Durchgang auch die Blutversorgung des Darmes und wandern über die Basalmembran der Kapillaren zur Oberfläche der Darmzotten, wo sie die Darmflora noch einmal schädigen. Antipilzmittel dagegen, gehen meist gar nicht ins Blut sondern wirken nur an der Darmoberfläche, die möglicherweise durch alte Schlacken so besetzt ist, daß die Antipilzmittel gar nicht erst angreifen können. D. h. den Schaden, den Antibiotica anrichten, kann man auf einfache Art und Weise durch Antipilzmittel gar nicht mehr ausgleichen. Ähnliche Schäden, wie, ist noch nicht ganz bekannt, richten auch Hormone und Rheumamittel, sowie Cortison an. Wenn der Schaden da ist, stellt sich die Frage:

Wie werden wir die Pilze wieder los?

Das hinwiederum ist sehr viel komplizierter als Bakterien durch Penicillin abzutöten. Wo Pilze sich erst einmal eingenistet haben, lassen sie sich nicht so einfach verdrängen. Zumindest geht es nicht so einfach, dass der Patient einige Wochen ein Antipilzmittel aus der Apotheke nimmt, und dann ist das Problem erledigt. Problematisch ist in diesem Zusammenhang sowohl, was Diagnostik als auch Behandlung betrifft, dass sich Pilze im Verdauungstrakt in sogenannten Nestern aufhalten. Kariöse Zähne oder Zahntaschen können solche Nester beherbergen und die chronische Verpilzung unterhalten. Eine Chance der Pilzbehandlung besteht nur im Zusammenwirken von Medikamenten, Diät und allgemeiner Lebensführung. Diät muß dazu helfen, dass Medikamente die Pilze überhaupt erreichen und muß für Pilze unattraktiv sein. Grob gesagt, handelt es sich um ballastreiche, faserreiche Kost frei von Zucker. Eine medikamentöse Antipilzbehandlung ist für 2 - 3 Wochen anfangs hilfreich, aber nicht mehr. Es ist auch einen Versuch wert, mit homöopathischen Mitteln gewissermaßen gegen zu impfen. Leider sind diese sogenannten Pilznosoden nicht verschreibungsfähig, kosten andererseits aber auch nicht mehr als DM 30. Günstig sind unter Umständen auch noch sogenannte Darmsymbionten (Mutaflor, Symbioflor, Omniflora etc.), Zu der medikamentösen Mitbetreuung sollten Sie Ihren Hausarzt fragen und sich geistig darauf einstellen, daß eine sinnvolle Pilzbehandlung sowieso mindestens ein Jahr dauert und die beste Vorbeugung gegen Pilze in einer lebensbegleitenden Medizin besteht, die wenn es irgendwie geht auf Antibiotica, Hormone etc. verzichtet. Der größte Teil der Heilung muß durch die Diät geleistet werden. Hierzu gibt es ungefähr so viele Auffassungen wie Ärzte. Es gibt Bücher dazu z.B. von Markus mit dem Titel: "Ich fühle mich krank und weiß nicht warum" Der Titel des inhaltlich nicht empfehlenswerten aber durchaus lesenswerten Buches beschreibt exakt den Zustand eines chronisch Pilzkranken. Er fühlt sich ständig müde, schlapp, krank und kein Arzt findet etwas Konkretes. Markus wie auch andere Pilzexperten geben eine differenzierte Nahrungsmittelliste von Lebensmitteln, die erlaubt sind, und solche, die nicht erlaubt sind. Wie jede Liste ist auch diese Liste kritisch zu hinterfragen. Zunächst einmal muß gesagt werden, daß es grundsätzlich nicht möglich ist, den Darmtrakt von Pilzen gewissermaßen leer zu fegen. Es gibt dafür keinen Crash Kurs, wonach anschließend alles wieder in Ordnung ist. Was wir machen können, ist nur langfristig das immunologische Gleichgewicht zwischen den Pilzen und der übrigen Darmflora wieder in Ordnung zu bringen, und dazu gehört als Baustein eine entsprechende Diät, die aber hinwiederum so aufgebaut ist, daß sie auf Dauer auch nicht frustriert und als einzigen Gesichtspunkt die Aushungerung der Pilze enthält. Das wäre zu einseitig. Bringt man den gesunden Menschenverstand und allgemeinere Prinzipien der Diätführung in den obigen Plan ein, so kommt man zu veränderten Ergebnissen. Markus lehnt Apfelwein, Most, Sekt, Wein ab. Falls diese Getränke im Übermaß genommen werden, ist dem sicherlich zuzustimmen. Andererseits empfehlen führende internationale Kardiologen täglich ein Glas Wein für die Gefäße. Für die Nerven ist Sekt und Wein natürlich in Maßen ein Hochgenuß. Bei der Herstellung sind Hefepilze am Werke, die den zugrunde liegenden Saft vergären. Nach der Vergärung ist für diese Hefepilze das Werk vollendet, sie können mit Wein, Most, Sekt nichts mehr anfangen, nicht weiterverarbeiten, es sind für Pilze wertlose Stoffe, es sei denn, es wäre noch Zucker darin enthalten. Also kann die Empfehlung nur lauten: wenn es Ihnen schwer fällt, ganz auf Wein, Bier, Sekt zu verzichten, dann wählen Sie zumindest die trockenen Sorten aus und trinken Sie in Maßen. Dasselbe gilt für Bier, wo grundsätzlich Malzbier und Hefeweizenbier ausgeschlossen sind. Ein herbes Hopfenbier abends rechtzeitig vor dem Schlafengehen ist tolerabel. Der Essig ist ein Abfallprodukt der Pilze, wenn Wein oder Most vergoren wird. Auch hier gelten dieselben Gesichtspunkte wie für Wein etc. Es gibt sogar Hinweise darauf, daß Apfelessig die Pilze aus den Darmwänden herauslöst und somit einer Darmsanierung förderlich ist. Bis zum Beweis des Gegenteils lautet daher unsere Empfehlung: wenn möglich 3 Eßlöffel Apfelessig pro Tag, evt. mit 1 Eßlöffel Olivenöl oder Wasser. Bei Käse, Senf, Worcestersoße , Melonen sollte man auch nicht so kleinlich sein, es ist eine Frage der Dosis. Solange Sie auf Schimmelkäsesorten verzichten, können Sie sich ruhig etwas Käse gönnen. Wenn Sie nicht gerade Honigmelonen aussuchen, ist gegen Melonen auch nichts einzuwenden. Auch die Positivliste von Markus ist grundsätzlich zu hinterfragen. Kalbfleisch, Schweinefleisch, Geflügel aus der Masttierhaltung , Eier von Legebatterien sind in jedem Falle abzulehnen. Hier sind Sie auf biologisch arbeitende Zulieferer angewiesen. Thunfisch ist wegen des hohen Quecksilbergehaltes in letzter Zeit ins Gerede gekommen. In jedem Falle ist auch die Milch (nicht Milchprodukte) aus anderen Gründen abzulehnen. Unsere Empfehlungen zur Antipilzdiät lauten daher zur Zeit: So ballastreich wie möglich d.h. Früchte statt Fruchtsäften, Obst statt Obstsäften, Äpfel statt süßen Trauben, Gemüse statt Gemüsesäften, Sauerkraut statt Sauerkrautsäften, viel Wurzelgemüse, Kohl, Kartoffeln, Getreide, Salate, Verzicht auf Zucker in reiner Form d.h. weitgehend Verzicht auf Traubenzucker, Fruchtzucker, Honig, Melasse, Ahornsirup, Fruchtsäfte etc. Weitgehender Verzicht auf weiße Kohlenhydrate d.h. besser Vollwertbrot statt Brötchen, tierische Eiweiße auswählen, Kalbfleisch, Eier, Geflügel, Milchprodukte nur aus biologischer Haltung beziehen, Milchverzicht,Milchprodukte (Quark, Käse)nicht als Lebensmittel, sondern als Genußmittel ansehen. Butter in Maßen ist zu empfehlen, Joghurt oder Bioghurt, dann wenn er biologische Kulturen wie Acidophilus und Bifiduskulturen). Wichtig ist auch noch folgendes: prinzipiell ist Rohkost für einen gesunden Darm wünschenswert, nicht aber für den erkrankten Darm. Da sich aus cellulosereicher Nahrung abends eingenommen, Fuselalkohole über Nacht entwickeln, wird empfohlen ab dem Mittagessen keine rohen Salate, sondern nur noch gedünstet zu essen, Begleitend wird diätetisch empfohlen: grundsätzlich Chufasnüssli (z.B. im Institut für Naturheilkunde, Glindersweg 48 20129 Hamburg ) oder guten Reformhäusern erhältlich, (vw. auch unser dortiges Merkblatt zu Chufasnüssli) , 3 Eßlöffel Apfelessig/Tag, ca 1 - 2 mal pro Tag ein Achtel Liter Brottrunk. Wem dies nicht schmeckt und wem Sauerkraut zu lästig ist, kann auch Sauerkrautsaft oder trinken. Hilfreich sein können Myrrhe, Teebaumöl, Propolis und Knoblauch. Aber bitte immer bedenken: vorbeugen ist besser als den Schaden beheben. Die beste Antipilzdiät bringt nichts, wenn sie von anderer Seite torpediert wird. Wenn Ihr HNO Arzt oder Ihr Zahnarzt ein Antibioticum, Ihr Gynäkologe ein Hormonpräparat, Ihr Orthopäde ein Rheumamittel für nötig hält, so mag dies aus deren eingegrenztem Fachgebiet richtig erscheinen, übergeordnet unter dem Gesichtspunkt des gesunden Darmes und der Pilzsanierung, können solche Verschreibungen Rückschritte bedeuten. Im Zweifelsfalle fragen Sie bei Ihrem Naturheilarzt oder Heilpraktiker besser nach oder wählen Sie bei den Gebietsärzten Kollegen aus, die bei Antibiotica nicht eine so schnelle Feder haben. Die Pilzsanierung ist ein Unterpunkt der allgemeinen Darmsanierung, auf die nun im folgenden gezielt eingegangen werden soll. In der Literatur gibt es dazu verschiedene Programme. Erwähnt werden sollen hier an dieser Stelle das Vorgehen nach 1. Mayr 2. nach WEISS 3. Nach Pascoe 4. nach Gray

Vorgehen nach Mayr: Hier handelt es sich um eine besondere Art von Heilfasten, deren Inhalte die sogenannte Semmel-Milch Diät in Verbund mit Einläufen, Wickeln, Darmmassagen besteht. Die Mayrkur wird meist stationär in Kliniken durchgeführt, da das ambulante Setting schwer durchzuführen ist.

Vorgehen nach Weiss:

Weiß sieht ein Hauptproblem im gestörten Lymphabfluß und dem schädigenden Einfluß von Milch und Zucker. Er empfiehlt vor allem einen dreiwöchigen Vorspann mit Körnersuppe, häuslichen Einläufen, später Aderläße und Sauerstoffbehandlungen z.B. nach Regelsberger. Das Buch "Kranker Darm-Kranker Körper ist so schön, daß ungekürzt einige Seiten zitiert werden

1. Therapie des kranken Magen-Darmkanals Hier sind verschiedene Dinge erforderlich, die zusammenwirken müssen! Es muß eine Diät d. h. eine Ernährungsweise gefunden werden, die zwei grundsätzliche wichtige Gegensätze vereinigt, nämlich: Der entzündliche veränderte Magen-Darmtrakt muß durch Schonung ausgeheilt und der atonisch erschlaffte Kanal muß gleichzeitig peristaltisch durch Anregung in Gang gebracht, die Darmbewegung beschleunigt werden. Es müssen also Schonung und Übung vereint werden, um den Verdauungskanal in seine normale Funktion zu überführen. Ich habe sehr lange gebraucht, dieses Problem zu erkennen. Dabei haben mir jahrzehntelange Beratungen durch ein benachbartes Röntgeninstitut, wo meine Patienten durch die sogenannte Magen-Darm-Passage (MDP) untersucht werden, sehr geholfen. Hierbei wird ein Bariumbrei schluckweise getrunken, und das Fortschreiten des Breis in den Gedärmen verfolgt, wodurch gleichzeitig Gestalt und Form des Magens und Darms sichtbar werden und auch das Innere, also die Schleimhaut (z. B. entzündlich oder atrophisch verändert) beurteilt werden kann. Nachdem geklärt war, daß dort bei allen chronischen Krankheiten krankhafte Befunde festgestellt werden, erhob sich die schwierige Frage, wie solche verschiedenartige Krankheiten behandelt werden können, um am Ursprung des Lebens, also am Darm, gesunde Verhältnisse herzustellen. Dies war ein äußerst schwieriges Problem und dauerte viele Jahre. In Zusammenarbeit mit Dr. J. G. Schnitzer ist es endlich gelungen, allmählich zu erkennen, daß es hier nur eine wirksame Methode gibt, die zum Erfolg führt!

1.1 Die als Suppe zubereiteten Getreidekörner!! Das so verarbeitete Getreide bewirkt einerseits durch den gekochten Zustand die Schonung der Schleimhaut und des gesamten Verdauungssystems, regt andererseits aber infolge des Gehaltes des nicht geschälten Getreides, durch seine Masse (Schale und Keimling) die Bewegung, also die Peristaltik an, beides Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausheilung des kranken Magen - Darms. Und das einige Zeit lang. Also: Hafer, Weizen, Gerste, Roggen als Getreidesuppe drei Wochen lang morgens, mittags, abends, ohne andere zusätzliche Speisen. In den meisten Fällen wird die Kur vom Patienten akzeptiert - es 1 gibt natürlich Ausweichmöglichkeiten - und führt innerhalb von drei Wochen schon zu erstaunlichen Befindungs- und Befundänderungen. Danach

1.2 3 Wochen Aufbaukost, d. h. morgens: Frischkornbrei: also das Müsli aus geschrotetem Korn mit 1 geriebenen Apfel, verschiedenem frischen Obst und Nüssen. mittags:Salate, frisch und roh, möglichst aus biologischem Anbau, gemischt nach Geschmack, wohlschmeckend zubereitet, sowie Getreide gemahlen und eingeweicht als Pfannkuchen (Bratlinge) zubereitet. abends: Vollkornbrot mit Butter und Brotaufstrich, z. B. aus dem Reformhaus, sowie Käse. 1.3 Entsprechend der Besserung des lokalen Befundes kann die Nahrung langsam erweitert werden. De Ausführungen auf Seite 98 bis 100 (Vollwertige Kost) entsprechen dann dem Endzustand. Auf Seite 39 bis 43 habe ich darzustellen versucht, daß unser Dickdarm in den allermeisten Fällen katastrophal krank' gefunden wird. Dieser Katastrophe muß man durch lokale Maßnahmen abhelfen und zwar durch

1.4 Warmwassereinläufe mit einem Irrigator, die abends vor dem Schlafengehen vier Wochen lang durchgeführt werden müssen. Auch hierbei erlebt man erstaunliche Befund- und Befindensänderungen, obwohl der Patient anfänglich von der Zumutung, solche Darmeinläufe vier Wochen lang machen zu müssen, nicht begeistert ist. Im nachhinein jedoch zeigt er sich mit dem Erfolg dieser für ihn unangenehmen Methode sehr zufrieden.

1.5 Weniger deutlich kam bisher zum Ausdruck, daß die Funktion unserer Eingeweide neben der Mechanik auch weitgehend von biochemischen Vorgängen abhängig ist. Hiermit meine ich die Funktion der Drüsen im Bauchraum und im ganzen Körper, die innere Sekretion, die Säure-Basen-Verhältnisse (pH-Werte), kurz alle echten chemischen, möglichst natürlichen = biochemischen (!) Prozesse. Darüber schweigt sich die heutige Medizin gründlich aus. Es gibt (noch) wenige Ärzte, die sich damit befassen und wissen, daß z. B. die Darm-pH-Werte für den Aufbau und Erhalt der natürlichen Darmflora, der Darmbakterien, eine entscheidend wichtige Rolle spielen. Nicht zufällig wird geschätzt, daß unser Darm hundert Billionen (eine zehn mit vierzehn Nullen) Bakterien enthält. Der größere Teil des menschlichen Stuhlganges besteht nicht etwa aus der Nahrung, sondern macht die abgehende - hoffentlich gesunde - Bakterienflora aus. Dies ist seit je für mich ein wichtiges Problem. Bis heute regle ich diese Vorgänge bei meinen Patienten durch die Verordnung eines Bittertees und eines flüssigen Bittermittels (Biovent-Tee und Blodigest) mit gutem Erfolg. Diese biologischen Medikamente, die zwischen den Mahlzeiten genommen werden, regeln weitgehend den Aufbau einer natürlichen Darmflora und beseitigen auch das häufig auftretende Schwächegefühl zwischen den Mahlzeiten. Es gibt Ärzte, die diesem Problem eine entscheidend wichtige Rolle beimessen. Sie vermuten, daß krankhafte Darmbakterien das Darmlymphsystem angreifen und zerstören, wobei gerade viele chemische Medikamentenstoffe (auch Antibiotika und Sulfonamide) dafür verantwortlich sein sollen. Die alleineueste Forschung der Lehrstätten zeigt die überragende Bedeutung des Lymphsystems als Abwehrsystem auf (vgl. Seite 57, Abb. 31) und Sie erinnern sich bestimmt, daß ich bei meinen Untersuchungen eine Schwellung im Dünndarmaufhängeapparat (Radix mesenterli) gefunden habe, was ich hypothetisch als Lymphstauung ansehe und als Radixödem (vgl. Seite 5 1, Abb. 27 und 28) bezeichnet habe. Das Lymphsystem, besonders das Darmlymphsystem - bisher Tabula rasa in der Medizin - rückt jetzt also in den Vordergrund und wird in den nächsten Jahren mit Sicherheit seine grundsätzliche Lebensbedeutung zeigen. Bis heute passen meine diagnostischen Erkenntnisse und meine therapeutischen Empfehlungen gut in die gerade beginnenden schulmedizinischen Forschungen hinein. Auch ich werde nicht ruhen hier weiter zu arbeiten, habe ich bisher doch jedes Jahr ständig dazugelernt. 2. Therapie des kranken Blutes

Auf den Seiten 43 bis 45 habe ich beschrieben, daß das Blut bei allen chronischen Krankheiten in den unterschiedlichsten Meßwerten krank gefunden wird und habe dies darauf zurückgeführt, daß krankhafte Stoffe infolge falscher Ernährung und falscher Verarbeitung im Darm gebildet und ins Blut aufgenommen werden. Auch hier überschneiden sich praktisch einige Befunde. Und jetzt der Reihe nach. Wird der Venendruck (vgl. Seite 72 Abb. 36) als zu hoch festgestellt, oder ist die Viskosität des Blutes erhöht, so wird eine

2.1 Blutentnahme, ein Aderlaß also durchgeführt. Es ist mir bekannt, daß diese Maßnahme keine Dauer-wirkung hat (Blut wird rasch ersetzt), aber ich führe diesen Aderlaß bei vielen Patienten anfänglich wöchentlich einmal während eines Vierteljahres durch und man sieht deutlich eine Befundbesserung und eine nachweisbare Änderung der Befunde, also rein objektiv. Aber auch subjektiv muß es sich auswirken, sonst könnte man nicht verstehen, daß es eine ganze Reihe von Patienten gibt, die mich ein- oder zweimal im Jahr aufsuchen und spontan aussagen: "Mir geht es zwar gut, aber ich brauche mal wieder einen Aderlaß." Ich kann ihn in seiner Einfachheit, seiner Natürlichkeit und seiner Ungefährlichkeit gar nicht hoch genug loben, aber es kann natürlich auch einmal ein Zwischenfall, also ein ohnmachtsähnlicher Zustand dabei auftreten. Dieser ist allerdings nicht vom "Blutverlust', sondern von der Psyche, also vegetativ (nervlich) bedingt. Dies vermeide ich vor allem dadurch, daß ich anschließend an die Entnahme eine 2.2 physiologische Kochsalzlösung infundiere, wodurch der Kreislauf angeregt und gleichzeitig die Viskosität verbessert wird. Diese Maßnahme hat sich auch in der Unfallmedizin gut bewährt. Der Kreislauf wird durch das Wasser' wieder aufgefüllt und etwaige Zeichen der Bluteindickung, z. B. auch der Polyglobulie, werden objektiv verbessert. Unter Polyglobulie versteht man eine Vermehrung der festen Bestandteile des Blutes, der roten Blutkörperchen also, eine Vermehrung von Blutfarbstoff (Hb), von Blutplättchen (Thrombozyten) usw. Diesen Vorgang bezeichnet man neuerdings als Theologische Störungen (Veränderungen der Fließeigenschaften), einen Ausdruck, den es vor zehn Jahren noch nicht gab. Hier werden auch die Versteifungen der roten Blutkörperchen und plasmapathologische Störungen, etwa Hyperglykämie (Vermehrung von Zuckerstoffen), Hyperlipämie (Vermehrung von Fettstoffen), Fibrinogenanstieg (Blutgerinnungsfaktor 1) usw. in der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur beschrieben. Man kann daraus ersehen, daß es tatsächlich ,dickes' und "dünnes' Blut gibt, ein heute anerkanntes Faktum, was vor kurzem noch mitleidig belächelt wurde. Daß ich der Ansicht bin, man solle solche Fluiditätsstörungen besser mit meinen natürlichen Methoden behandeln und medikamentöse "Verdünner' (z. B. Naftidrofuryl) auf Notfälle (z. B. Hörsturz) beschränken (die ich in diesem Falle auch einsetze), ist keine grundsätzliche Meinungsdifferenz mehr. Ich bin der Meinung, daß man versuchen sollte, alle "lebenslangen' Tabletteneinnahmen zu vermeiden und auf natürliche (= ursächliche) Therapiemethoden umzusteigen. jetzt folgende Überlegung: Der Blutkreislauf, der auch für die Ver- und Entsorgung des Darms eine große Rolle spielt, wird in seiner Funktion der Aufnahme von Verdauungsstoffen durch zwei wichtige "Ableitungssysteme' aus dem Darm unterstützt, und zwar durch das Pfortader- und das Lymphsystem. Beide Systeme sind Einwegsysteme (Einbahnstraßen) und bringen die vom Darm teilverarbeiteten Nahrungsbausteine über die Pfortader zur Leber, bzw. über die Darmlymphgefäße und über den

3. Therapie der Darmrückflußsysteme Wie schon beschrieben, werden diese Systeme bei chronischen Krankheiten häufig gestaut gefunden, sie müssen also entstaut werden; keine leichte Aufgabe denn sie können ja nicht, wie der Blutkreislauf direkt von außen erreicht werden

3.1 Das venöse Pfortadersystem kann also nur indirekt, nämlich über den Blutkreislauf und d Entlastung der Leber - dort mündet die Pfortader ein - angegangen werden. Oder anders ausgedruckt: Die Pfortader wird durch zu toxisches Stoffangebot entlastet werden. Weiterhin kann die Verbesserung der Leberfunktion die Beschleunigung des Abbaus bewirken Maßnahmen wie am Blutkreislauf, wo der Aderlaß das System direkt entlastet, sind also nicht möglich, es kann hier nur die Zufuhr System verringert und die Abfuhr aus dem System erleichtert wer das bedeutet, daß der Darm geheilt, die Leberfunktion verbessert das Blut "dünnflüssiger" gemacht werden muß, um die in der L verarbeiteten Stoffe besser abführen zu können. Neben der beschriebenen Diät (Punkt 1) wirken hier also auch der Aderlaß (Punkt und die physiologische Kochsalzlösung (Punkt 2.2), aber es werden auch biologische, etwa Vitamine, und homöopathische Medikamente der intravenösen Behandlung beigemischt, die einer Verbesserung Leber- und Drüsenfunktion sowie der Immunabwehr- und der Aufbaufunktion dienen. Um die Individualität bei der Behandlung zu zeigen, sei nur kurz wähnt, daß wir über zweihundertfünfzig verschiedene biologische bzw. homöopathische Medikamente, wie z. B. von der Firma hier im ständigen. Einsatz haben. Ein ähnlich schwieriges Problem haben wir auch bei der

3.2 Therapie des Lymphsystems (syn. Lymphgefäßsystem) Lymphgefäßsystem) zu bewältigen. Auch dieses System kann nicht von außen direkt beeinflußt werden, sondern muß indirekt über den Blutkreislauf erreicht werden. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, daß alle Flüssigeitssysteme, besonders auch das Lymphgefäßsystem, sich nicht allein regenerieren, auch nicht bei strenger Nahrungskontrolle im Sinne einer Vollwertkost und daß auch das Fasten nicht zu einer Heilung führt. Als beste Therapie hat sich auch hier die Blutentnahme mittels Aderlaß bewährt, wobei Mengen zwischen 50 ml bis 20 die günstigste Wirkung zeigen, durchschnittlich 100 ml individuell angepaßt. Auch die Infusionen von Kochsalzlösung, z. B. 250-5 [Wirken hier sehr gut, besonders, wenn auch hier biologisch angepasste Medikamente zugesetzt werden. Sehr bewährt haben sich entsprechende Lymphmittel sowie homöopathische Medikamente, die das Lymphsystem aktivieren. Auch diese Aussage ist keine Utopie kann heute Lymphstauungen in einem Maße beseitigen, wie ich früher kaum zu träumen wagte; es ist mir bekannt, daß der normale Arzt genau wie die orthodoxe Medizin davon kaum etwas wissen, ich lade daher bei all meinen Vorträgen interessierte Ärzte ein,- dies in meiner Praxis kennenzulernen. Ich wiederhole auch hier meine Einladung an Ärzte (Telefon 06 21 / 2 27 50). Als weiteren wichtigen Punkt der therapeutischen Überlegungen ist die Durchblutung der kleinsten Gefäße, der Kapillaren (Haargefäße) zu erwähnen, die für den Blutaustausch zwischen Gefäß und Zelle verantwortlich sind. Der Stoffaustausch wird auch als Mikrozirkulation oder als innerer Kreislauf bezeichnet und ist zeichnerisch vereinfacht in Abb. 32 (Seite 60) dargestellt. Die Versorgung der Zelle mit Sauerstoff stellt medizinisch ein wichtiges, ein zentrales Problem dar und ist auch schulmedizinisch voll anerkannt. Aber auch hier gibt es keine "Praxis', dies wird nur theoretisch und wissenschaftlich" anerkannt, es gibt praktisch keine echte, keine durchführbare Therapie. Dabei ist es doch so einfach:

4. Wo Sauerstoff fehlt, muß Sauerstoff zugeführt werden! Im Einzelfall ist sogar

4.2 reiner Sauerstoff empfehlenswert (z. B. Oxyventherapie nach Regelsberger), aber dazu erfordert es einige Erfahrung. Es gibt noch weitere Methoden, die für die Durchblutung (Mikrozirkulation) des Bauchraumes u. U. mit Vorteil eingesetzt werden können und dazu zählen z. B. Neuraltherapie

3. Das Vorgehen von Pascoe ist im wesentlichen naturheilkundlich medikamentös. Hier kommen Medikamente zum Tragen, die der Fäulnisbildung entgegenwirken (Ozovit), Mischungen von Milchzucker und Kamille zur Ausheilung der entzündeten Darmschleimhaut, Präparate zum Aufbbau der Darmflora sowie leber-Galle unterstützende Medikamente

4. Bei Gray kommen zum Einsatz zwei verschiedene Kräutermischungen, die sogenannten Massebilnder und die Reinigungstabletten, die aufbauend nach einem gewissen Schema zu nehmen sind, das Ganze in Verbindung mit besonderen Lymphmassagen. In schweren Fällen reichen alle diese Maßnahmen nicht mehr aus. Hier kommen zum Einsatz die Colon Hydrotherapie, Aderlässe, Sauerstoffbehandlungen, Ano Darmröhrchen nach Junker und Okkaidobäder. Diese Methoden werden im folgenden geschildert.

1. Colonhydrotherapie Dies ist eine Weiterentwicklung des subaqualen Darmbades , wie es bis vor 20 Jahren noch an allen Kurkliniken üblich war. Es steht heute noch als Leistung in der ärztlichen Gebührenordnung. Warum die Colonhydrotherapie, obwohl es eine Fortentwicklung ist, dennoch nicht erstattungsfähig ist, wissen nur die Götter. Kurz gefasst liegt der Patient bquem auf einer Liege. Nach Einführung eines Darmrohres, welches aus einem dünnen wasserzufließenden Schlauch und einem abflißenden doickeren Schlauch besteht, wird eine Stunde lang der gesamte Dickdarm gespült. Während man mit Einläufen nur den Enddarm reinigt, erreicht man hiermit sowohl den Querdarm als auch den aufsteigenden Dickdarm.. Der Medizinautor Dr. Peter Schmidsberger hat vor Jahren in der Illustrierten "Bunte 1.10.87" die Colon Hydrotherapie in folgender eindrucksvoller Weise beschrieben:

Der kritische Patient - Eine Operation ohne Messer

Es war am fünften Fastentag. als Ines M. ein ebenso intimes wie unvergeßliches Erlebnis hatte. Wie vorgeschrieben hatte sie morgens ein Glas Bitterwasscr getrunken, das den Darm durchrieseln'und dabei Ablagerungen lösen sollte. Als sie dann ein Rumoren in den Eingeweiden verspürte, zog sie sich an einen stillen Ort zurück. Im Zuge der anschließenden Handlung hörte sie unter sich ein knallcndes Geräusch. Sie schreckte hoch und entdeckte im Toilettenbecken eine Metallkugel größer als ein Kirschkern. Ines M. mußte lange in ihrem Gedächtnis kramen, bis ihr einfiel, daß sie als Kind zwei derartige Kugeln verschluckt hatte. Und wie besorgt und verwundert ihre Familie war, als nur eine auf natürlichem Weg wieder zum Vorschein kam. Es hätte sie sicherlich beruhigt, wenn sie erfahren hätte, daß die zweite 30 Jahre später doch noch auftauchen würde ... Dieser Vorfall in einem Fastensanatorium illustriert einen bemerkenswerten Tatbestand: Der Darm kann unerwünscht zu einem Speicher werden. Speiseresteund Kotsteine, Fremdkörper und Gifte haften der Schleimhaut in Falten und Ausbuchtungen an. Häufig sind sie so sehr verkrustet, daß sie sich jahreoder sogar jahrzehntelang nicht lösen. Man braucht keine besondere Fantasie, um sich vorzustellen, daß der Darm an solchen Stellen nicht funktionsfähig ist. Und daß dadurch chronische Schäden begünstigt werden. Ein kranker Darm aber macht den ganzen Organismus krank, weil Fäulnis- und Gärungsgifte ins Blut gelangen können. Warmes Wasser - eine Wohltat Eine neue Behandlungsmethode entfernt Verkrustungen und sonstige Ablagerungen schonend aus dem Darm. Weil sie in den USA zur technischen Reife entwickelt worden ist, kennt man sie unter dem englischen Namen Colonics. Auf deutsch gesagt, handelt es sich um eine Art Supereinlauf, eine Darmspülung mit Wasser und Sauerstoff. Das Wasser wird. 21 bis 41 Grad warm mit einem Schlauch durch den After in den Dickdarm gepumpt. Anders als beim üblichen Einlauf wird aber nicht nur der Enddarm. sondern der gesamte Dickdarm durchspült. Auch ist der Behandelte nicht gezwungen. nach einigen Minuten die Toilette aufzusuchen, denn das Wasser mit den gelösten Substanzen wird wieder abgesaugt. Während er bequem auf dem Rücken liegt, ertastet ein 'Therapeut die kritischen Stellen und kann den Wasserstrahl gezielt dorthin lenken. Dabei werden nicht nur Rückstände losgelöst und weggespült. Durch den Wechsel der Temperatur werden außerdem Wärme und Kältereize gesetzt, die wie eine innerliche Kneipp - Therapie wirken. Gegen Ende der 45-Minuten-Behandlung perlt etwa zehn Minuten lang reiner Sauerstoff in den Darm. Dadurch werden schädliche Bakterien. die sich auf der kranken Darmschleimhaut angesiedelt haben, abgetötet. Die Caspers-Klinik für Naturheilverfahren in Bad Füssing hat mit der Colonics-Therapie Pionierarbeit geleistet. In den vergangenen zwei Jahren sind an rund 650 Patienten fast 4000 Behandlungen vorgenommen worden. Kneippkur von innen . Wenn möglich, wurde die Therapie mit einer Fastenkur kombiniert. Weil der Darm dadurch außer Betrieb ist, können Entzündungen abheilen, die Schleimhaut regeneriert sich. und eine gesunde Darmflora bildet sich aus. Nicht nur Gcsundheitsstörungen der Verdauungsorgane, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Leber. der Galle sowie Geschwüre und Hämorrhoiden werden dadurch günstig beeinflußt. Das innere Großreinemachen mit Temperatur-Wechselreizen, hilft auch bei Leiden. die man gar nicht mit dem Darm in Zusammenhang bringt - vom schlechten Allgemeinbefinden über Kreislaufstörungen bis hin zu Erkrankungen der Haut, der Niere, der Blase, des Unterleibs. Wahrhaftig eine Operation ohne Messer. Anmerkung: Für diese Behandlung brauchen Sie in keine Klinik zu fahren. Sie wird in vielen guten Naturheilarztpraxen angeboten. Je nach Region müssen Sie zwischen 140 - 200 DM/Behandlung rechnen. Eine Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenkasse ist nicht möglich. <div align="center">

2. Aderlässe Nach Weiß haben sie vor allem zwei Funktionen. Zum einen verdünnen sie das Blut und führen zu einer besseren Durchblutung des Darmes, zum andern fördern sie in ganz enormer Weise den Lymphstrom und tragen zu einer Abschwellung des Lymphgebietes bei.

3. Sauerstoffbehandlungen Wie schon erwähnt ist der Darm ausgesprochen blutreich und damit auf eine gute Durchblutung angewiesen, die man mit Medikamenten kaum fördern kann. Hier sind hilfreich die Sauerstoff Mehrschrittherapie nach Ardenne sowie die Sauerstoffbehandlung nach Regelsberger.

4. Ano Darmröhrchen nach Junker Dies ist eine Fortentwicklung des Darmrohres, welches früher in allen Klinik noch häufig zur Entgasung von Patienten angewandt wurde. Es handelt sich hierbei um ein dünnes Plastikröhrchen, welches, am besten nach Irrigatorreinigung des Enddarmes abends in den After gesteckt wird. Da der Darm auch nachts ständig in Bewegung bleibt, entgiftet sich somit der Darm über Wochen hinweg von schädlichen Gasen. Der Bauch wird zunehmend flacher.

Zum Abschluß nochmals alle Möglichkeiten der Darmsanierung im Überblick. Prinzipiell sind alle nachfolgenden Maßnahmen zu empfehlen. Da die Kassen von Darmbehandlung nicht viel halten, ist es letzlich eine finanzielle Frage, was Sie sich für Ihre Gesundheit gönnen und was nicht.

Diagnostisch: äußere Untersuchung, ggf. Röntgen des Dickdarmes, Stuhlprobe an ein gutes Institut z.B. Enterosan oder Hauss , Jörgensen Bluttest auf Übersäuerung

Therapeutisch:

allgemein: möglich keine Antibiotica, Hormone, Rheumamittel

physikalisch: Ano Darmröhrchen nach Junker, Colonhydrotherapie, dazwischen Irrigatoreinläufe, Einläufe, Lymphmasagen, Colonmassagen, Infusionen, Aderlässe, Bauchdeckengymnastik

immunologisch: homöopathische Gegenimpfung gegen Pilze

medikamentös:

a. allgemein: Antipilzmittel, Ozovit, Flosamenpräparate, Präparate von Gray, Markalakt, F.X. Passagesalz, Bittersalz

b. flankierend: homöopathische Leber Gallen Präparate c. Darmfloraaufbau: Acidophilus-bifuidus für den Dünndarm z.B. Biocult comp sowie Coli für den Dickdarm z.B. Mutaflor

vegetativ: Okkaidobäder = Kohlensäuredampfbäder Durchblutung: Sauerstoffbehandlung nach Regelsberger oder /und Ardenne

Diät: Verzicht auf Milch und Zucker, Fletschern, Schwergewicht der Mahlzeiten in den Vormittag legen, Chufasnüßli, Kanne Brottrunk Übersäuerungstherapie: Bluttest nach Jörgensen mit anschließender Übersäuerungsbehandlung (Vitamine und Spurenelemente, am besten eingangs Haaranalyse, danach für kurze Zeit Vitamine und Spurenelemente als Infusionen oder Injectionen)

                   

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